Acht Geschwister tummeln sich in Mindelheim im großen Haus der Familie Ruf.
Die Eltern prägen im Glauben: „Wir haben viel gebetet und Marienlieder gesungen, Mutter hat uns von der Bibel erzählt, Vater auf die Texte der Sonntagsmesse vorbereitet“, erinnert sich Crescentia.
Der Vater ist Architekt und baut praktische Elemente in die Erziehung ein: „Er hat mit uns gezeichnet, Wettbewerbe gemacht, damit hat er uns auf das Schöne hin erzogen.“
Crescentia kommt ins Internat zu Dominikanerinnen bei Ulm. Nach dem Abitur möchte sie Werklehrerin werden, doch die Zeichenlehrerin Sr. Constantia erkennt ihr künstlerisches Talent. Sie leitet auch die Paramentik und macht Crescentias Vater klar: „Das Mädel gehört da rein, die muss das lernen.“ Sie bezieht Crescentia bei Modeentwürfen ein.
Später soll sie an die Kunstakademie nach München wechseln, vorher Urlaub machen in Steinerkirchen in Oberösterreich. Ihr Vater kennt den Gründer der Kongregation der Benediktinerinnen vom Unbefleckten Herzen Mariens.
„Die vielen jungen Leute in diesem Haus und die Lebendigkeit haben mich begeistert.“
Sie verspürt, dass sie auch in einem Orden ihr Leben und den Glauben verwirklichen kann: „Am Einkleidungstag meiner Schwester, die Franziskanerin ist, dachte ich mir, das ist ein guter Tag zu sagen, dass ich auch ins Kloster gehen möchte.
Dann hat es so eingeschlagen, dass alle dagegen waren und zwar so, dass ich mir gesagt habe, ich gehe lieber gleich“.
Im Orden freut sie sich über den Namen Imelda: „Sie war eine Dominikanerin und ich habe bei denen gelernt.“