"Die Geschichte von dem, was Jesus erlebt und erlitten hat, ist eine ganz lebendige Geschichte", hat Kardinal Christoph Schönborn im Blick auf die Ereignisse in Nahost und Afrika bei der Eröffnung der diesjährigen Passionsspiel-Saison in Kirchschlag (NÖ) am Samstag, 15. August 2015 betont. An der ersten von heuer 20 Aufführungen der Passionsgeschichte Christi im zweitgrößten Passionsspielhaus Österreichs nahmen neben Kardinal Schönborn Landeshauptmann Erwin Pröll, Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen und Weihbischof Franz Scharl teil. Rund 450 Bürgerinnen und Bürger der 3.000-Einwohner-Gemeinde in der Buckligen Welt in Niederösterreich standen auf der Bühne.
"Die Passionsspiele sind die Verkündigung Christi nach innen und außen. Sie dienen einerseits dem Gemeindeaufbau in der Pfarre, weil viele in das Projekt eingebunden sind und andererseits verkünden wir die Heilsgeschichte unserem Publikum", sagte Pfarrer und Spielleiter Otto Piplics.
Von den Passionsspielen in Kirchschlag gehe sehr viel "Mut zum Engagement und Mut, zum christlichen Glauben zu stehen", aus, sagte Landeshauptmann Pröll im Zuge der Eröffnung. Die christlichen Grundwerte seien "ein Anker, den wir im täglichen Leben brauchen", betonte er,
und die Passionsspiele zeigten, "wie wichtig es ist, dass wir Traditionen pflegen und den christlichen Glauben hoch halten", so Pröll. Der Landeshauptmann verwies auch auf die große kulturelle Bandbreite und den Abwechslungsreichtum der Kultur in Niederösterreich.
Der Reinerlös aus den Eintrittskarten fließt in soziale Einrichtungen und Projekte. "Es ist eine praktische geistliche Übung für die Pfarrgemeinde im fünf-Jahres-Rhythmus", so Pfarrer Piplics. Die Aufführungen sollen aber auch den Passionsspielbesuchern "mit Grundmomenten des christlichen Glaubens Mut für das Leben machen".
Der Text des Passionsspiels, der 1932 eigens für Kirchschlag von Josef Neumair, dem damaligen Direktor der Lehrerbildungsanstalt in Wien und Präsident des Österreichischen Bundesverlages, geschrieben wurde, wurde über die Jahre immer wieder aktualisiert - zuletzt von Rainer Holzbauer. Ergänzt wird das Theaterstück durch die Musik von Herbert Pichler nach Texten von Josef Dirnbeck aus dem Jahr 2000 und das stimmungsvolle Bühnenbild von Manfred Waba. Schon bei den bisher letzten Passionsspielen im Jahr 2010 hatte Waba das Bühnenbild gestaltet. Es wurde jetzt erweitert, etwa durch Projektionsbilder in der Kuppel.
Pro Abend bietet das Kirchschlager Passionsspielhaus mehr als 800 Zuschauern Platz. Bis 25. Oktober sind elf Sonntagsvorstellungen (14 Uhr) und neun Samstagsvorstellungen (17 Uhr) geplant. Die Eintrittspreise betragen zwischen 19 und 31 Euro. Für Kinder und Senioren gibt es Ermäßigungen (Informationen: www.passion.at oder Telefon 02646/2243-14)