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27.08.2015
Fiakerunternehmer würden ihrer Verantwortung für die Pferde gerecht

Wien: Feier im Stephansdom für Schutzpatron der Fiaker

Dompfarrer Faber nimmt Fiakerunternehmer gegen Vorwürfe in Schutz.

 

Bei einer Festmesse im Stephansdom für den Namenspatron der Fiaker, den heiligen Fiacrius (610-670) hat Dompfarrer Toni Faber die Pferdekutscher gegen Vorwürfe der Tierquälerei verteidigt. Die Fiakerunternehmer würden ihrer Verantwortung für die Pferde gerecht: "Die Menschen können sehen, dass den Tieren nichts Böses getan wird. Sie bekommen zu Essen und Schutz", sagte Faber in seiner Predigt am Donnerstagvormittag, 27. August 2015. Auch beobachte er fast täglich, dass Tierärzte kämen und kontrollierten, ob die Tiere wirklich in der Verfassung seien, die Fiaker zu ziehen.

 

Schutzpatron vieler Berufszweige

Der vor rund 1.400 Jahren geborene irische Mönch und Heilige Fiacrius gilt als Schutzpatron der Gärtner, Blumenhändler und der Lohnkutscher - also auch der Taxifahrer und Fiaker, deren Name sich von dem Heiligen herleitet. Bei der traditionellen Festmesse zu seinen Ehren sprach Dompfarrer Faber auch vom Aufblühen im Sinne von Erfolg bei der Arbeit und der Verantwortung, den Erfolg zu teilen. Ebenso sei Europa, das "an einem Tisch voll Gaben" sitze, dafür Verantwortlich, jenen Notleidenden zu helfen, die derzeit zu Tausenden an seine Türen klopfen.

 

Die Wiener Fiaker-, Taxi- und Mietwagenunternehmer sowie die Gärtner in ihrer Innung feierten den Gedenktag bereits zum 32. Mal mit einer Festmesse. Der Stephansdom wird jedes Jahr zu diesem Anlass mit einem opulenten Blumenschmuck - heuer in weiß und gelb - geschmückt. Im Anschluss an die Messe werden traditionell Blumengestecke an die Passanten verteilt. Eine Besonderheit sei das Bemühen der Wiener Unternehmer, das Fest des heiligen Fiacrius zu einem Freudentag für Kinder zu machen: Knapp 50 Kinder aus Wiener Kinderheimen werden mit Taxis zum Stephansplatz gebracht und nehmen an der feierlichen Zeremonie teil. Im Anschluss lädt sie der Wiener Praterverband zu einem vergnüglichen Nachmittag im Wiener Prater ein. Vor der Heimfahrt mit dem Taxi gibt es noch eine stärkende Jause.

 

Wie die Fiaker zu ihrem Namen kamen

Der Mönch Fiacrius kam im 7. Jahrhundert im Zuge der iro-schottischen Mission aus Irland nach Frankreich. Er gründete im heutigen Departement Moselle (Lothringen) eine Einsiedelei, die später zu dem Kloster Breuil Meaux wurde. Die Legende berichtet, dass der Wald zu einem blühenden Garten wurde, als Fiacrius mit seinem Stab die Erde berührte.

 

Nach dem später heiliggesprochenen Einsiedler wurde in Paris eine Kirche, die Eglise de Saint Fiacre, sowie die dazugehörige Straße benannt. In dieser Rue de Fiacre existierte vor einem Gasthaus eine bildliche Darstellung des heiligen Fiacrius. Im Jahre 1662 bot dort der Kaufmann und Pferdehändler Nicolas Souvage erstmals Pferdelohnwagen mit Kutschern zur Vermietung an, Fiacrius wurde zum Patron des neuen Berufsstandes. Die Idee der Pariser Lohnkutscher wurde in Wien vor ca. 310 Jahren übernommen - und gegen 1720 bürgerte sich im süddeutschen Sprachraum der Name "Fiaker" ein.

 

Fiacrius ist aber auch Patron der Gärtner, Kupferschmiede, Blumenhändler, Töpfer, Zinngießer, Ziegelbrenner und Notare; er wird bei Hautkrankheiten und Hämorrhoiden um Hilfe angerufen. Sein Festtag ist der 30. August, die Feier im Stephansdom und im Wiener Prater fand aus Termingründen jedoch bereits am 27. August statt.