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10.09.2015

Die Bibel als Kompass für das Gottesvolk

Was braucht es, die Bibel so zu lesen, dass sie als Kompass dienen kann?

Wer sich in einer unbekannten Gegend orientieren will, braucht einen Kompass.  Er hilft bei der Orientierung. Er zeigt, wo Norden, Süden, Westen und Osten ist. Gehen muss man selbst. Aber wohin die Reise geht, kann man mit einem Kompass erkennen.

 

Die Bibel ist ein solcher Kompass. Das Volk Gottes ist auf einer langen Wanderung. Der Weg führt durch Raum und Zeit, durch alle Länder und Kontinente. Immer sind Mut und Trittsicherheit, Ortskenntnisse und Wanderfreude gefragt. Immer aber braucht es auch einen Blick auf den Kompass, damit die Richtung stimmt.

 

Warum ist die Bibel dieser Kompass?

 

Weil sie den Aufbruch dokumentiert, der auf diesen Weg geführt hat. Die Richtungsangabe: zu Gott, der den Menschen immer schon nahe ist, auch wenn sie es nicht wissen oder gar leugnen.


Dieser Anfang ist nie überholt. Denn er ist mit dem lebendigen Wort Gottes selbst verbunden. Die Bibel fängt das erste Echo dieses Wortes ein. Sie verweist dauf Jesus Christus, das fleischgewordene Wort Gottes, den von den Toten auferstandenen Gottessohn. Er ist nicht nur eine Gestalt der Vergangenheit, sondern immer auch der Gegenwart und der Zukunft; er ist treu und kann  deshalb am besten aus den Zeugnissen derer erkannt werden, die ihm nahegestanden sind. Ihre Erinnerungen geben dem Glauben Nahrung.


Die Bibel ist die Lebensader, die die Kirche mit ihrem Ursprung verbindet – mit Gott selbst, der in Jesus sein Gesicht gezeigt hat.

 

Die Bibel ist bei weitem nicht die einzige Verbindung, aber jene, die zu den prägenden Geschichten, den frühesten Bekenntnissen und Liedern, den charakteristischen Zeichen des Glaubens führt.


Die Bibel kann aber nur dann als Kompass dienen, wenn sie auch gelesen wird. Im Katholizismus wurde das freie Bibellesen lange Zeit unter Verdacht gestellt. Das war ein Irrweg.

 

Das Christentum ist eine Bildungsreligion. Es setzt auf Herzens- und Gewissensbildung. Aber es setzt auch auf die Bildung des Verstandes, weil die Freiheit des Glaubens aus der Liebe zur Wahrheit beruht. Die Heilige Schrift lesen zu können, allein und mit anderen zusammen, ist eine Schule des Glaubens.

 

Was braucht es, die Bibel so zu lesen, dass sie als Kompass dienen kann?

 

  1. Zuerst Zeit und Ruhe, damit das Lesen mit dem Leben verbunden werden kann..
  2. Dann ein Gebet, damit die Himmelsrichtung des Lebensweges stimmt. Sicher nützliche Informationen, wie die Bibelwerke sie reichlich liefern, damit die Bibel ihr eigenes Wort sagen kann.
  3. Vor allem braucht es Menschen, die sich an Jesus orientieren. Als er mit seinem Verkündigung angefangen hat, hat er mit dem Lesen der Bibel begonnen (Lk 4,18-21), mit der Befreiungsbotschaft des Propheten Jesaja und mit der kürzesten Predigt der Welt: „Heute hat sich das Wort in euren Ohren erfüllt“.

 

Das sind die Eckpfeiler biblischer Bildung bis heute: Die Freiheit Gottes ist heute zu finden – wenn man die Welt mit den Augen Jesu betrachtet. Dazu muss man die Bibel lesen.