Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng feiert am 17. September seinen 75. Geburtstag. Wie im Kirchenrecht vorgesehen, werde er mit der Vollendung seines 75. Lebensjahres auch Papst Franziskus seinen Rücktritt anbieten, so Küng in einer Aussendung der Diözese am Freitag, 11. September 2015. Er sehe diesem Tag und der Entscheidung des Papstes mit großer Gelassenheit entgegen. Die Entscheidung, ob bzw. wann das Rücktrittsgesuch angenommen wird, obliegt allein dem Papst.
Bischof Küng wörtlich: "Ich habe vor 26 Jahren zum Bischofsamt Ja gesagt, auch wenn ich wusste, dass es mir viel abverlangen wird, und ich stehe auch heute noch dazu. Es war nicht immer leicht, zeitweise war es sogar sehr schwer, aber ich habe auch viel Schönes erlebt." Wenn er entlastet werde, "wird dies für mich kein Problem sein, im Gegenteil", so der Bischof. Er werde sich "anderen, mehr priesterlichen Aufgaben zuwenden, solange ich dazu imstande bin". Und er werde "hoffentlich auch mehr Zeit zum Wandern und mehr Muße haben".
Seine Aufgabe in der Diözese St. Pölten sei es gewesen, "eine Spaltung zu überwinden und Frieden zu stiften". Küng: "Ich denke, man darf sagen, dass dies gelungen ist, und ich bin dankbar für meine Zeit als Bischof der Diözese St. Pölten." Sein einziger Wunsch sei es, "dass es in der Diözese gut weitergeht, dass die errichteten Fundamente stabil bleiben und Aufgaben weitergetragen werden". Der eingeschlagene, gute Weg solle weitergeführt werden.
Bischof Küng abschließend: "Wir Christen und wir als Kirche, leben in einer gesellschaftlichen Umbruchsituation, in der wir neue Wege finden müssen, zu Christus zu führen, die Frohbotschaft zu verkünden, echten Glauben vorzuleben und zu unserem Glauben, dem Evangelium und der kirchlichen Lehre zu stehen. Wir müssen eine neue Art des Kirche-Seins schaffen, in der jeder Christ und jede Christin die eigene Verantwortung wahrnimmt und in der den Familien eine viel größere Bedeutung zukommt."
Am Sonntag, 20. September 2015, wird um 16 Uhr im Dom von St. Pölten eine feierliche Vesper zum Geburtstag von Bischof Küng gefeiert, an der unter anderen Festgästen auch Landeshauptmann Erwin Pröll teilnehmen wird. Dabei wird vom Land Niederösterreich eine Statue des Diözesanpatrons Hippolyt als Dauerleihgabe dem Diözesanmuseum übergeben. Die Festpredigt hält Generalvikar Eduard Gruber.
Im Anschluss wird Bischof Küng als Repräsentant der Österreichischen Bischofskonferenz am katholischen Weltfamilientreffen in Philadelphia teilnehmen. Das katholische Großereignis findet vom 22. bis 27. September statt. Allein zum Abschlussgottesdienst mit Papst Franziskus (27. September) erwarten die Veranstalter bis zu zwei Millionen Besucher.
Klaus Küng wurde am 17. September 1940 in Bregenz geboren und wuchs in Feldkirch auf. Nach der Matura studierte er Medizin in Innsbruck und Wien, wo er 1964 promovierte. 1960 lernte er das Opus Dei kennen, dem er sich bald anschloss. Das Theologiestudium schloss Küng 1969 an der Lateranuniversität in Rom ab. Danach wirkte er ein Jahr als Arzt am Landeskrankenhaus in Graz und beteiligte sich am Aufbau des Opus Dei in der steirischen Landeshauptstadt.
1970 wurde Küng in Madrid zusammen mit weiteren 27 Mitgliedern des Opus Dei zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren an der Peterskirche in Wien und reger Seelsorgearbeit innerhalb des Opus Dei wurde er 1976 zum Regionalvikar ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1989 inne.
Am 21. Jänner 1989 wurde Küng von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Feldkirch ernannt. Die Bischofsweihe fand am 5. März 1989 in Feldkirch statt. Nach seiner Tätigkeit als Apostolischer Visitator in der Diözese St. Pölten im Sommer 2004 wurde er am 7. Oktober 2004 zum Bischof von St. Pölten ernannt.
Bischof Küng ist im Rahmen der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe und Familie, Bioethik und Fragen des umfassenden Lebensschutzes zuständig. Er ist weiters Mitglied der vatikanischen Kleruskongregation und Konsultor des Päpstlichen Familien-Rates. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet "Serviam" ("Ich will dienen").