Konrad Unterhofer erblickt 1943 in Mühlwald im Pustertal das Licht der Welt. Er ist der drittälteste von elf Buben, dazu noch drei Schwestern.
Die Eltern führen eine kleine Landwirtschaft, ziehen bald in ein größeres Anwesen bei Bruneck. „Wir haben vor dem Essen und danach gebetet, dazu der abendliche Rosenkranz und sonntägliche Gang in die Heilige Messe“, erinnert er.
Religionsunterricht erhält er vom örtlichen Pfarrer. Konrad erfährt acht Klassen Volksschulbildung. Danach arbeitet er zwei Jahre am elterlichen Hof mit. „Dann habe ich mir gedacht, jetzt ist es möglich weg zu gehen“.
Konrad möchte Missionsbruder werden, aber „ein Uronkel von mir war Deutschordenspriester im Konvent von Lana, er hieß Ingenuin, verstarb aber, als ich drei Jahre alt war“.
Konrad kennt einen Professbruder des Konvents, macht sich auf den Weg, ihn zu besuchen. „Da bin ich das anschauen gegangen.“ Mit dem Bus geht es nach Lana, südlich von Meran gelegen und zum ersten Kloster, das er sieht.
Er vermeint, es würde jenes der Deutschordensbrüder sein, „es waren allerdings die Deutschordensschwestern, die auch hier ihren Sitz haben“.
Konrad findet den richtigen Konvent, bereits acht Tage danach tritt er ein: „Einer aus unserer Familie sollte eine geistliche Berufung haben.“
Bei der Einkleidung erfährt er den Ordensnamen: „Ich hatte schon befürchtet, dass sie mir den von Uronkel Ingenuin geben.“ Der heilige Ingenuin war Bischof von Säben.
Später kommt Frater Ingenuin nach Wien. Hier zeichnet er für das Organisatorische verantwortlich.