Wenn Kinder beim Fangen-Spielen eine Pause brauchen, rufen sie „Leo“. Eine volkstümliche Deutung bringt das mit dem Kirchenasyl beim Leopoldsaltar des Stephansdoms in Verbindung.
Historisch gesichert ist dieses Asylrecht für die Freyung vor dem Schottenstift.
Letztlich gehen alle diese Einrichtungen auf das Deuteronomium zurück, das für ganz Israel leicht erreichbare Asylorte anordnet (Deuteronomium 19).
Asyl als das Recht der politisch Verfolgten auf Schutz und Unterkunft wird in Deuteronomium 23,16-17 festgeschrieben:
„Du sollst einen fremden Untertan, der vor seinem Herrn bei dir Schutz sucht, seinem Herrn nicht ausliefern. Bei Dir soll er wohnen dürfen, in deiner Mitte, in einem Ort, den er sich in einem deiner Stadtbereiche auswählt, wo es ihm gefällt. Du sollst ihn nicht ausbeuten."
Das Sondergut des Matthäusevangeliums überliefert, dass die Heilige Familie in Ägypten Asyl gefunden habe (Mt 2,13 ff.).
Kein Wunder, dass die Seligpreisungen die „um der Gerechtigkeit willen“ Verfolgten hervorheben (Mt 5,10).