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Gewalt - Detail aus Glasfenster von H. Bauch, 1998
Herder / Sterben für Gott
16.09.2015

„Sterben für Gott. Töten für Gott?

Ein Buch von Jan-Heiner Tück über Martyrium, Religion und Gewalt - Selbstmord ist kein Martyrium.

Sind Selbstmordattentäter, die „im Namen Gottes“ töten, Märtyrer? Oder sind gar die Opfer der Dschihadisten die echten Märtyrer?

 

Beinahe täglich tauchen Meldungen auf, wonach Männer und Frauen im Kampf für Gott und gegen die „Ungläubigen“ ihr Leben „hingeben“ und sich dafür im Paradies  auch Freuden erhoffen.


Der vom Wiener Dogmatik-Professor Jan-Heiner Tück herausgegebene Sammelband „Sterben für Gott. Töten für Gott? Religion, Martyrium und Gewalt“ (Herder-Verlag) bietet eine Kontroverse um das Gewaltpotential des Islam.

 

So untersuchen die Autorin und die Autoren, ob das „Sterben für Gott“ zwangsläufig mit dem „Töten für Gott“ zusammengehen muss.

 

 

 

 

Denn Faktum ist: Die große Mehrheit friedliebender Muslime lehnt die militanten Operationen im Namen Allahs kategorisch ab.

 

Trotz vieler ablehnenden Aussagen im Hinblick auf Gewalt im Namen Gottes vermisst etwa Jan-Heiner Tück in seinem Beitrag im „Offenen Brief“ der 120 Gelehrten an die Anhänger des „Islamischen Staates“ (IS) „einen Hinweis auf die prinzipielle Schutzwürdigkeit eines jeden Menschen, selbst dann, wenn er nicht glaubt“.

 

Gerade wenn die 120 Gelehrten schreiben: „Es ist im Islam verboten, Unschuldige zu töten.“


Der Ägyptologe Jan Assmann sieht im „Makkabäer-Syndrom“ eine Vorform des gewaltbereiten Islamismus, der Wiener Alttestamentler Ludger Schwienhorst-Schönberger weist hingegen nach, dass das erste Makkabäer-Buch kein Martyrium kenne und dass das zweite Makkabäer-Buch den Gedanken des Martyriums nicht mit Gewalt, sondern mit dem Erleiden von Gewalt verbinde.  


Das Fazit des fundierten Buches: Selbstmordattentäter sind keine Märtyrer.