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17.09.2015
Sarah Egger neue Geschäftsführerin

Generationswechsel beim christlich-jüdischen Dialog in Österreich

Sarah Egger folgt auf Markus Himmelbauer als Geschäftsführerin.

 

Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat seit Anfang September eine neue Geschäftsführerin: Sarah Egger folgt auf Markus Himmelbauer nach dessen 19-jähriger Tätigkeit, teilte der Verein am Donnerstag, 17. September 2015 mit. Egger werde als Frau und Jüdin "neue Impulse und Kontakte" in die Arbeit einbringen und dazu beitragen, das Anliegen der christlich-jüdischen Zusammenarbeit an die nächste Generation weiterzugeben, erklärte der Präsident des Koordinierungsausschusses, Martin Jäggle. Himmelbauer wechselt in die Diözese Linz, wo er fortan als Pfarrassistent die Pfarre Wolfsegg am Hausruck leitet.


Evangelische Theologin

Sarah Egger studierte evangelische Theologie und schloss mit dem Bakkalaureat ab. Neben ihrer Teilzeitanstellung im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit studiert sie Gender-Studies an der Universität Wien. Die interreligiöse Zusammenarbeit sei ihr aus ihrer Zeit als Mitarbeiterin des Forums für Weltreligionen und als Studienassistentin vertraut, heißt es in der Aussendung. "Ich möchte dazu beitragen, dass wir Jüdinnen und Juden sowie Christinnen und Christen miteinander, übereinander und über uns selbst lernen; dazu, dass wir Freundschaften schließen, die stärker sind als Terror und Verhetzung und die uns in der heutigen Zeit in Frieden zusammenhalten lassen", umschrieb Egger programmatisch ihr Engagement.

Markus Himmelbauer "gestaltete ein Drittel der Vereinsgeschichte und ist damit zum Zeitzeugen der Entwicklung des christlich-jüdischen Dialogs in unserem Land geworden", so Jäggle weiter in dem Text. Es sei ihm gelungen, "den Verein organisatorisch und finanziell auf gesicherte Beine zu stellen. "Von seinem weiten Horizont zeugen seine grenzüberschreitenden Initiativen im Donauraum, die auch im Internationalen Rat der Christen und Juden Anerkennung gefunden haben. Mit der Redaktion der Quartalsschrift Dialog - Du Siach bot er einen Eckstein für die theologische Bildung und Erneuerung in unserem Land", so Jäggle abschließend.

 

Lange Historie der Bemühungen zur Verständigung

Schon seit der Zwischenkriegszeit habe es in Wien Bemühungen zur Verständigung zwischen Christen und Juden gegeben, erklärte Himmelbauer selbst. Er verwies hier auf "eine Reihe außergewöhnlicher Persönlichkeiten", u.a. auf den deutsch-britischen Theologen Hans Kosmala (1903-1981), den Judaisten Kurt Schubert (1923-2007) sowie die Ordensschwester Hedwig Wahle (1931-2001).

Markus Himmelbauer wurde 1962 in Braunau am Inn geboren. Nach dem Theologiestudium in Salzburg und Fribourg (Schweiz) beteiligte er sich zunächst am Aufbau der regionalen Flüchtlingsbetreuung der Diözese Linz und war Gründungsmitglied des NGO-Dachverbands "Asylkoordination". Nach seiner Promotion in Religionspädagogik und einer Zwischenstation als Assistent an der Universität Salzburg war er seit 1996 als Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit tätig.

Von 2002 bis 2014 war er erster Chefredakteur des österreichweiten Magazins "ypsilon" der Katholischen Männerbewegung und unterrichtete seit 2008 biblische Fächer an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien-Krems. Seine Verdienste um die Kirche in Oberösterreich wurden von der Diözese Linz 2010 mit der Verleihung der Florianmedaille gewürdigt.