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09.10.2015
Kunsthistorisches Museum zeigt "Lebensmasken"

Schau mit "Lebensmasken" gibt Anstöße zu "Memento mori"

Künstlerisch bearbeitete Gipsmasken prominenter Österreicher sind im Kunsthistorischen Museum zu sehen.

"Was bleibt von uns, wenn wir gehen?" Das ist die Leitfrage des gemeinsam von Caritas Wien und Kunsthistorischem Museum Wien (KHM) initiierten Projektes "Feiert das Leben!", bei dem sich zehn prominente Österreicher - darunter Caritas-Präsident Michael Landau - den Tabuthemen Sterben, Tod und Vergänglichkeit stellen. Ihnen allen wurden "Lebensmasken" abgenommen, wie man es sonst nur von Toten macht; international renommierte Künstler bearbeiteten diese Gipsmasken, die derzeit in einer Sonderausstellung im KHM als Anstöße zu einem "Memento mori" (Lat. für "Denke daran, dass du stirbst") zu sehen sind. Die derart Porträtierten wurden über Leben, Sterben und Tod befragt.

 

Lebensmasken und Herausforderung sich Fragen zu stellen

Neben Caritaspräsident Michael Landau und dem Schriftsteller Robert Menasse konfrontierten sich auch Barbara Coudenhove-Kalergi, Christiane Hörbiger, Karl Markovics, Cornelius Obonya, Barbara Stöckl, Josef Zotter und Arnulf Rainer mit den Fragen: "Was ist uns wichtig im Blick auf die Endlichkeit des Lebens, welche Spuren hinterlassen wir? Wie will ich sterben?" Der einzige der seine "Lebensmaske" selbst bearbeitete, war Arnulf Rainer; weitere Kunstschaffende waren u.a. Daniel Knorr, Teresa Margolles, Hans Schabus, Daniel Spoerri und Nives Widauer.

 

Das Kunsthistorische Museum beheimatet 7.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte, so die Direktorin Sabine Haag. "Die Objekte sind Zeugnisse der Auseinandersetzung mit der Fragen: Was macht uns eigentlich aus?" Die Ausstellung der zehn "Lebensmasken" - zu denen eine Maske von Goethe als Leihgabe von Robert Menasse hinzukommt - ist in den Sälen der antiken Sammlung zu sehen, wo sie mit den dortigen Skulpturen in einen Dialog tritt.

 

"Sterbende sind lebendig - bis zuletzt"

Der Generalsekretär der Caritas Wien, Klaus Schwertner wies bei der Präsentation auf die langjährige Erfahrung der Caritas mit mobilen Hospizteams hin, die Schwerkranken das Sterben in gewohnter Umgebung ermöglichen. Hospizarbeit sei ein klares Bekenntnis: "Jeder Sterbende ist ein Lebender - bis zuletzt." Und auch die Engagierten in diesem Bereich würden "ganz persönlich auf sich selbst zurückgeworfen". Es stelle sich Frage: "Stimmt meine Richtung? Stimmt mein Weg?"

 

24.000 Menschen wurden bisher kostenlos auf dem letzten Lebensweg von Caritas-Hospizteams begleitet, so Klaus Schwertner. 2.100 davon wurden zu Hause durch mobile Teams betreut. 50 hauptamtliche und mehr als 240 freiwillige Mitarbeiter betreuen jährlich rund 2.200 Menschen.

 

Die bis 10. Jänner 2016 zugängliche Ausstellung wird von Vorträgen, Podiumsgesprächen und Workshops als Rahmenprogramm begleitet. Die Caritas der Erzdiözese Wien gab begleitend die Broschüre "Feiert das Leben. Gespräche mit Sterbenden" heraus. Nach dem Ende der Ausstellung können die Masken gegen eine Spende erworben werden, die der Caritas-Hospizarbeit zugute kommt.