Montag 11. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

12.10.2015
Zwischenbericht des Medienpaters

Jesuit Hagenkord: Synode kommt erst jetzt in spannende Phase

Synoden-Beobachter berichtet von bisher sehr konstruktiver Arbeit und viel "Bewegung" - Zweite Synodenwoche mit Treffen der kleinen Sprachgruppen gestartet.

Die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie verläuft bisher harmonisch und konstruktiv, doch dürften die wahren inhaltlichen Konflikte erst in den beiden verbleibenden Wochen bevorstehen: Zu dieser Einschätzung kommt der Synoden-Medienbeauftragte für die deutschsprachigen Journalisten, P. Bernd Hagenkord. Erst jetzt gelange die Tagesordnung zu den bislang debattierten Themen, sagte Hagenkord gegenüber "Radio Vatikan". Er selbst gehe jedoch davon aus, dass am Ende "ein mit großer Einmütigkeit verabschiedetes Dokument" stehen werde, erklärte der Jesuit, der in der Synodenaula das Geschehen mitverfolgt.


Bessere Stimmung als 2014

Die Stimmung auf der Synode sei allgemein "besser" als bei der Vorgänger-Synode 2014, so Hagenkords Eindruck: "Es gibt weniger offene Konflikte außerhalb der Aula, weniger Kontroverse, und innerhalb des Saales versuchen alle, konstruktiv und positiv an den Postionen zu arbeiten". Dass es dennoch Auseinandersetzungen gebe, liege in der Natur der Sache, "aber die Mitglieder der Synode sind sich offensichtlich bewusst, dass es keine weitere Synode zum Thema gibt: Das hier ist es, und der Einsatz ist dementsprechend. Da ist richtig Bewegung drin." Die Diskussionen dürften jedoch auch nach Synodenende weitergehen, könne man den Gesprächen in den Sitzungspausen entnehmen.

Dass in den Sprachgruppen-Tagen mehrere Kleingruppen parallel und untereinander nicht direkt vernetzt arbeiten bezeichnete Hagenkord als eine "Stärke" der Synode, da dies Dialog und Zusammenarbeit fördere. Positiv äußerte sich der Leiter der deutschsprachigen Redaktion von "Radio Vatikan" auch über die Berichterstattung: Sie sei "sehr gut", vermeide man "die einseitigen Medien, die nur auf Krawall aus sind oder die nicht berichten, sondern beeinflussen wollen". Dass es eine Teilung in "zwei Synoden" - die wirkliche und die der Medien - gebe, wie öfters behauptet wird, sehe er nicht.

In der nunmehr angebrochenen zweiten Synodenwoche geht es inhaltlich um die Glaubenslehre und deren pastorale Anwendung bzw. Umsetzung. Am Montag und Dienstag tagen dazu erneut die 13 nach Sprachen unterteilten Zirkeln ("Circoli minores") hinter verschlossenen Türen. Am Mittwoch wird bereits an den neuen 13 Dokumenten - des zweiten Teils des Grundlagentextes - in den Sprachgruppen gefeilt, ehe am Donnerstag die Ergebnisse in der Synodenaula präsentiert werden. Am Freitag kommen die Ökumene-Vertreter und die geladenen Gäste zu Wort. Höhepunkt der Woche ist am Sonntag die Heiligsprechung der Eltern der heiligen Theresia von Lisieux, Louis Martin und Zelie Guerin auf dem Petersplatz.