Vor negativen Folgen des Zwangs zum ständigen Wachstum hat der Kärntner Bischof Alois Schwarz gewarnt. Obwohl die Natur vorzeige, dass es nirgendwo unbegrenztes Wachstum gebe, fehle im Wirtschaftssystem der Rückwärtsgang, beklagte Schwarz im Wiener Neustädter Bildungszentrum St. Bernhard.
Anlass war die Präsentation der Internetplattform "arenum.at", mit dem die Katholische Männerbewegung im Vikariat unter dem Wienerwald das Prinzip der Nachbarschaftshilfe stärken und somit zum Gemeinwohl beitragen will.
Arbeit sei heute oft "sinnentleert" und bloß ein "Mittel, um Ansehen und Wohlstand zu erreichen", kritisierte der Bischof. Bei vielen Beschäftigten reduziere sich das Selbstwertgefühl auf das Geld, was ein "sehr hoher Preis" für den Wohlstand sei, der zudem auch die Gesundheit schädige: Infolge hoher Arbeitsbelastung seien psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch und machten bereits ein Drittel der Krankenstände aus. Dass Arbeit zudem oft familiäre Beziehungen ersetzen solle, überfordere die Betroffenen selbst sowie auch ihre Umwelt.
Durchaus könne Arbeit jedoch auch soziale Bindung, Entwicklung und Reifung bewirken und somit "Quelle des Glücks" sein, "besonders wenn es Arbeit an mir selbst ist", so der Bischof. Es gelte den richtigen Umgang mit der Umwelt als auch mit der eigenen Gesundheit zu finden, wofür Schwarz eine "gelebte Spiritualität der Schöpfung" forderte. Zum Ausdruck komme diese in der Enzyklika "Laudato si", mit der Papst Franziskus ein Perspektivenwechsel gelungen sei: Anders als in den Berichten des "Club of Rome", die die Welt noch als Rohstofflager gesehen hätten, sei bei Franziskus von einem dem Menschen anvertrauten Gemeinschaftsgut die Rede.
Rund um das Themenfeld Arbeit, Energie und Umfeld ("arenum") dreht sich auch das Portal der Männerbewegung, mit dem "Möglichkeiten für ein verantwortungsvolles Leben in Gemeinschaft" aufgezeigt werden sollen, erklärte Initiator Robert Busch von der Katholischen Männerbewegung. Die Internetseite, auf der registrierte Besucher Suchanfragen und Angebote für ein "Zeitteilen" verschiedenster Art aufgeben können, solle sich zu einer Informations- und Kommunikationsplattform auf Pfarr- und Gemeindeebene entwickeln, so die Hoffnung der Betreiber.