Warum gehören Leben und Tod unweigerlich zusammen?
Tück: Ars vivendi – ars moriendi, die Art und Weise, wie man lebt, hat Rückwirkungen auf die Art und Weise, wie man stirbt.
Wenn man sich um eine gute Lebensführung bemüht und immer wieder zur kritischen Selbstrevision bereit ist, dann kann man wohl getrost in die letzte Phase des Lebens, das Sterben, hineingehen.
Wenn man hingegen Dinge verdrängt, abschiebt, Hypotheken nicht aufarbeitet, dann stauen sich Probleme an, die wahrscheinlich auch das Sterben erschweren.
Karl Rahner SJ hat einmal gesagt: „Du sollst jeden Tag so beenden, dass du in der Nacht auch sterben könntest.“ Nicht, dass ich dieses Wort jeden Tag beherzigen würde, aber dieses Wort Rahners ist ein Anstoß für eine ars moriendi, eine Kunst des Sterbens.
Was kommt nach dem Tod?
Tück: Das kann man nicht im Sinne einer vorwegnehmenden Reportage sagen.
Aber wir sind durch die Taufe in die österliche Lebenswirklichkeit Jesu Christi hineingenommen, Paulus spricht im Römerbrief vom Mitsterben und Mitgekreuzigtwerden, aber auch von der Teilhabe am neuen Leben, das keinen Tod mehr kennt.
Insofern dürfen wir hoffen, dass nach dem Tod ein Leben kommt, das keinen Tod mehr kennt, also die Vollendung, die man eigentlich nur in Bildern beschreiben kann, ohne sie begrifflich exakt definieren zu können.
Wofür stehen Himmel, Hölle, Fegefeuer?
Tück: Die klassische Eschatologie, also die Lehre von den sogenannten „letzten Dingen“ unterscheidet drei „Orte“:
Derjenige, der sich bemüht hat, ein gutes Leben zu führen, aber noch dunkle Momente in seiner Biographie hat, die aufhellungsbedürftig sind, darf damit rechnen, im Purgatorium einen therapeutischen Läuterungsprozess zu durchlaufen, und die wenigen Heiligen, die schon hier ein gleichsam heiligmäßiges Leben geführt haben, die dürfen darauf hoffen, direkt in den Zustand der ewigen Seligkeit in der Gemeinschaft mit Gott zu finden.