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28.10.2015
Tagung der Wiener Forschungsplattform "Religion and Transformation"

Internationaler Kongress in Wien über religiösen Fundamentalismus

Früherer deutscher Bundestagspräsident Thierse eröffnet große Tagung der Wiener Forschungsplattform "Religion and Transformation" mit Vortrag zum Thema "Religion in der Öffentlichkeit".

Das Phänomen des religiösen Fundamentalismus beleuchtet Anfang November ein großer internationaler Kongress an der Universität Wien. Im Zentrum steht dabei u.a. die Suche nach jenen Fundamenten, auf deren Basis Religionsvertreter gegen fundamentalistische Tendenzen in ihren eigenen Reihen argumentativ Widerstand leisten können.

 

Eröffnet wird die dreitägige Veranstaltung am 4. November 2015 mit einem Vortrag des früheren deutschen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse zum Thema "Religion in der Öffentlichkeit" (19 Uhr, Aula am Uni-Campus Altes AKH). Zu den weiteren Referenten der von der Wiener Forschungsplattform "Religion and Transformation in Contemporary European Society" organisierten Tagung zählt u.a. der Politologe, Religionssoziologe und Islam-Experte Olivier Roy.

 

Beleuchtung von Grundlagen und fundamentalistischer Positionen

Theoretische Grundlagen zum Fundamentalismus in der heutigen globalen Gesellschaft sollen bei dem Kongress laut Einladung ebenso beleuchtet werden wie konkrete religiös motivierte fundamentalistische Positionen in Islam, Christentum und Judentum. Über die islamistische Radikalisierung von Jugendlichen in Europa sprechen am 5. November um 19 Uhr bei einer Podiumsdiskussion am Juridicum der Universität Wien der deutsche Politologe und Terrorismus-Experte Peter Neumann, die Leiterin der "Beratungsstelle Extremismus" im Wiener Familienministerium, Verena Fabris, sowie der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und die Nahost-Expertin und "Standard"-Außenpolitik-Journalistin Gudrun Harrer.

 

Reinhard Hempelmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin nimmt bei der Tagung christlich-fundamentalistische Bewegungen in den Blick. Der US-Religionswissenschaftler Yaakov Ariel von der Universität North Carolina (Chapel Hill) beleuchtet religiösen Radikalismus im Judentum. Die an der Universität Innsbruck und in Budapest forschende Politologin Kristina Stoeckl spricht über Verbindungen zwischen orthodoxem Fundamentalismus und russischem Nationalismus.

 

Unter den weiteren Experten sind die Ethnologin Susanne Schröter, die das Forschungszentrum Globaler Islam an der Frankfurter Goethe-Universität leitet, der Wiener Professor für Islamwissenschaften Rüdiger Lohlker oder Paolo Luigi Branca von der Katholischen Universität Mailand. Mit Fundamentalismus als Herausforderung für Bildung und der Pluralitätsfähigkeit religiöser Bildung beschäftigen sich beim Kongress u.a. die Religionspädagogen Martin Jäggle, Martin Rothgangel und Ednan Aslan sowie die palästinensische Friedensaktivistin und Theologin Viola Raheb