Kardinal Christoph Schönborn hat am Freitag, 30. Oktober 2015, zum Gebet für die laufende Wiener Syrien-Konferenz und zu einer EU-weiten Solidarität in der Flüchtlingskrise aufgerufen. "Die Syrienkonferenz in Wien ist ein erstes kleines Hoffnungszeichen, um zu einer politischen Lösung und Beendigung des Krieges im Mittleren Osten zu kommen", so der Wiener Erzbischof.
Schönborn nahm Bezug auf den jüngsten Appell des Ökumenischen Patriarch Bartholomaios im italienischen Fernsehen. Darin habe es im Blick auf den Wiener Gipfel geheißen: "Die Weltmächte sind nun gefordert, diesem Bruderkrieg ein Ende zu setzen, der seit fünf Jahren andauert und mehr als 340.000 Menschen das Leben gekostet hat. Beten wir täglich für den Frieden im Mittleren Osten, damit diese Tragödie des Krieges und die Flüchtlingskatastrophe nach Europa ein Ende finden."
Kardinal Schönborn erinnerte an das ungeheure Ausmaß der Flüchtlingskatastrophe: "Fast acht Millionen Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht, fünf Millionen Syrer sind in riesigen Flüchtlingslagern rund um Syrien. Gemeinsam könnte Europa die Not dieser Menschen auffangen: vor allem durch Hilfe vor Ort und durch gerechte, solidarische Aufteilung der Flüchtlinge." Es handle sich andererseits um eine bewältigbare Zahl von einem Prozent der europäischen Bevölkerung, die aufgeteilt werden müsste. Aber "stattdessen werden Zäune errichtet, Grenzen dicht gemacht", kritisierte der Wiener Erzbischof. Er rief zu weiteren Anstrengungen auf, denn "es ist zu schaffen, denn es geht um Menschen, und viele, sehr viele sind bereit, ein menschliches Gesicht Europas zu zeigen".