Mit einer scharfen Kritik an der aktuellen Grenzzaun-Debatte hat sich die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) zu Wort gemeldet: "Grenzzäune lösen keine Probleme, sondern verschärfen diese", hieß es in einer Aussendung der größten österreichischen Laienorganisation am Sonntag. Es sei inhuman und "zutiefst unchristlich", Notleidenden und Schutzsuchenden den Weg in eine neue Zukunft zu versperren.
Die biblische Aussage "Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen" spiegle nicht nur das in allen Religionen gültige Gebot der Nächstenliebe wider, sie sei letztlich "das Fundament einer humanen Gesellschaft", so die KAÖ in ihrer Aussendung zum Ende ihrer heurigen Herbstkonferenz. "Anstatt in Stacheldraht zu investieren" müsse es oberste Priorität haben, den schutzsuchenden Menschen winterfeste Quartiere bieten zu können.
Die Herbstkonferenz der Katholischen Aktion Österreich fand vom 30. bis 31. Oktober 2015 im steirischen Bildungshaus Mariatrost statt. Zentrale Themen waren neben der aktuellen Flüchtlingskrise das 50-Jahr-Jubiläum des Laiendekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils sowie das "Zukunftsforum" der KAÖ.
Außerdem wurden Wahlen zum Präsidium durchgeführt. Dabei wurde die bisherige Präsidentin Gerda Schaffelhofer in ihrem Amt bestätigt und für weitere drei Jahre gewählt. Als Vizepräsident wurde Norbert Thanhoffer wiedergewählt, neue Vizepräsidentin ist Anna Nöst, Präsidentin des Katholischen Akademikerverbandes Österreich und hauptberuflich Direktorin für Finanzen und Organisation der Erste Stiftung. Neuer Geistlicher Assistent ist der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner.