Was mir durch den Kopf geht, wenn ich etwas schenke …
Man wird sich bei mir bedanken.
Manche werden es anerkennend sehen.
Jemand wird mich loben.
Man revanchiert sich vielleicht bei mir.
Schenke ich mit dem Hintergedanken, dass das eine oder andere für mich herausspringt?
- Dann könnte ich das Schenken vielleicht gleich bleiben lassen. Letztlich denke ich dann doch nur an mich selbst. Ein Geschenk ist so etwas nicht.

Wenn wir die Frauen in der heutigen alttestamentlichen Lesung und im Evangelium vergleichen, fällt auf, dass sie einiges gemeinsam haben:
Beide leben in Israel, beide sind Witwen, beide sind – wie die meisten Witwen in der Bibel – arm, beide geben das Letzte, das sie besitzen.
Objektiv betrachtet ist das Gegebene zwar wenig: eine Hand voll Mehl und ein wenig Öl bzw. zwei kleine Münzen (heute wären es einige Cent). Aber angesichts ihrer Mittel ist ihre Großzügigkeit unglaublich.
Was hilft, die eigene Großzügigkeit zu entdecken und zu entwickeln? Folgende sieben Gedanken könnten ein Anknüpfungspunkt sein:
- Die Welt, die Nahrung, ich selbst – alles, was ist, ist von Gott ins Dasein gerufen und gehalten. Ohne Ihn wäre nichts. Letztlich „gehört“ alles Gott.
- Alles, was ich habe, ist mir von Gott anvertraut. Ich darf und soll es nutzen. Warum habe ich mehr als manch andere?
- Wie meine Begabungen und meine Fähigkeiten, so gehört auch mein Besitz zu den mir anvertrauten „Talenten“. Vergrabe ich sie oder tue ich mit ihnen etwas?
- Ich kann Gott alles anvertrauen, auch meine finanziellen Angelegenheiten. Geld kann auch Thema des Gebets sein: Was möchtest du, Jesus, damit?
- Gott lässt beim Geben viel Freiraum. Er sucht das Herz dahinter. Rationales Kalkül und Gewissenbisse legen sich leicht wie ein Schatten darüber. Lassen wir uns doch nicht um die Freude und Leichtigkeit bringen, die mit dem spontanen Geben verbunden sind!
- Ein schlechtes Gewissen ist vielleicht ein erster Ansatzpunkt, aber letztlich kein guter Ratgeber. Was will ich mit meinem Einsatz bewirken? Was sind meine Motive?
- Wir alle leben aus der Großherzigkeit und Großzügigkeit Gottes, Arme und Reiche.