Der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich, Metropolit Arsenios, erinnerte am Freitag, 6. November 2015 in Wien beim Medienempfang der Orthodoxen Bischofskonferenz daran, dass die Orthodoxe Kirche auch in Mittel- und Westeuropa "nicht fremd" sei und hier "tiefe Wurzeln" habe.
Das gelte auch für Wien und Österreich, wo die Orthodoxen im Geist "der Ökumene und des gegenseitigen Respekts" tätig seien, sagte der Metropolit laut einer Aussendung des "Orthodoxen Infodienst" am Samstag. "Mit allen Christen verbindet uns Christus und der Glaube an ihn."
Der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz erinnerte zugleich daran, dass die orthodoxen Christen aus ihrer Geschichte reiche Erfahrungen über das Zusammenleben mit Menschen anderer Religionszugehörigkeit mitbringen, "so können wir helfen, die friedliche Koexistenz zu bewahren". Die orthodoxen Christen beobachteten die Wellen der Flüchtlinge anderer Religion, die nach Österreich kommen, "mit offenem Herzen", aber "wir erwarten als Antwort auf die Zuwendung der Nächstenliebe auch Respekt für unseren Glauben und unsere Tradition". Wörtlich sagte Metropolit Arsenios: "Christus verlangt von uns, die anderen zu lieben, wir dürfen aber von den anderen Respekt für die Gestalt des Erlösers und den christlichen Glaubensinhalt erwarten".
Beim Medienempfang wurde auch das Modell der neuen rumänisch-orthodoxen Kirche an der Bruno-Marek-Allee auf dem ehemaligen Gelände des Nordbahnhof-Frachtenbahnhofs im 2. Bezirk vorgestellt. Der rumänisch-orthodoxe Priester Emmanuel Nutu, der die neue Gemeinde betreuen wird, sagte, für die rumänisch-orthodoxen Gläubigen sei das neue Gotteshaus "ein Stuck Heimat". Nutu dankte in herzlichen Worten der Stadt Wien und der Bezirksvorstehung Leopoldstadt für die Unterstützung des Kirchenbaus.
Die Gestaltungsprinzipien der neuen Kirche stellte Architekt Georg Baldass vor, der auch die rumänisch-orthodoxe Pfarrkirche an der Simmeringer Hauptstraße errichtet hatte. Für das Gotteshaus an der Bruno-Marek-Allee ließ sich Baldass von der Architektur der berühmten Klosterkirchen der nördlichen Moldau und der südlichen Bukowina mit ihrem flächendeckenden Freskenschmuck an den inneren und äußeren Wänden inspirieren. Besonders faszinierte ihn die "schlichte Stille" der Kirchen aus der Zeit des Fürsten Stefan cel Mare (Stefan der Große, 1433-1504). In ihrer Einfachheit seien diese Kirchen immer zeitgemäß.