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12.11.2015

Solidarität und Zusammenhalt

Kardinal Schönborn bei der 111. Männerwallfahrt

 

An das Wiedererstehen des Stiftes Klosterneuburg vor 70 Jahren und an das segensreiche Wirken der  Ordensgemeinschaften in der Erzdiözese hat Kardinal Christoph Schönborn am 8. November bei der 111. Diözesanwallfahrt der Katholischen Männerbewegung nach Klosterneuburg erinnert. Die Wallfahrt stand unter dem Motto „Gleichheit und Würde“.

 

Die große Kraft der Regeln

Die großen Ordensregeln seien „eine Schule der Menschlichkeit“. „Das Evangelium ist die Ur-Regel“, betonte der Kardinal, es ist „die Lebens-Regel, die Jesus uns im Evangelium gegeben hat“.

 

Die große Kraft der Ordensregeln sei ungebrochen. Anhand der Benedikt-Regel orientierten sich Management-Kurse, die Regel des hl. Franziskus mit ihrer Zuwendung zur Schöpfung und zu den Armen habe durch Papst Franziskus eine neue Aktualität erfahren.


Das  die Wallfahrt prägende Evangelium (Matthäus, Kapitel 7) biete drei Lebensregeln: Nicht zu richten, nicht zu heucheln und die sogenannte „Goldene Regel“. 

 

„Wir richten so leicht“, sagte der Erzbischof, der an die klassische Unterscheidung erinnerte, „den Sünder nicht zu verurteilen und dabei die Sünde nicht zu verharmlosen“.

 

Gesellschaftspolitik

Gesellschaftspolitisch hätten sich die Bischöfe gegen das „levelling up“ beim Gleichbehandlungsgesetz gewehrt.

 

Die angepeilte Einschränkung der Vertragsfreiheit wäre ein „tiefer Eingriff in die bürgerlichen und zivilen Rechte“ gewesen, sagte der Kardinal: „Die Kirche muss auch auf die bürgerlichen Rechte achten.“

 

Im Hinblick auf die sogenannte Homo-Ehe hätten sich Österreichs Bischöfe entschieden dagegen gewehrt, dass die Homo-Ehe „mit der Ehe gleichgestellt“ werde. Die Ehe müsse als grundlegende Institution geschützt werden.


„Wir sind Meister im Feststellen der Fehler der anderen“,  sagte der Erzbischof: „Die Heuchelei ist die Sünde, die Jesus am meisten kritisiert.“

 

„Sind wir uns bewusst, wie viel, was auf Europa zukommt, auch Europas Schuld ist?“, fragte der Kardinal. In diesem Zusammenhang erinnerte Schönborn an die Flüchtlingswelle.

 

Angesichts der politischen Lage – steigende Arbeitslosigkeit und ein Wohlstand, „der so nicht gehalten werden kann“ – appellierte der Kardinal an ein „Zusammenrücken“. 

 

Die „Tugend der Solidarität“ stärke den Zusammenhalt.


Diözesanobmann Helmut Wieser ehrte NR-Abg. a. D. Josef Höchtl für seine 40-jährige Beteiligung an der Männerwallfahrt.

 

Diakon Peter Ernst wurde für sein langjähriges Designen des Wallfahrtsheftes mit dem Silbernen Ehrenzeichen der KMB ausgezeichnet.

 

Den langjährigen Geistlichen Assistenten Willibald Steiner und Franz Wilfinger überreichte Wieser ein „Schnitzwerk vom Landesheiligen“.

 

Propst Bernhard Backovsky erhielt  für seine Verdienste das Ehrenzeichen der KMB in Gold.

 

Backovsky überreichte dem Kardinal den „Leopoldi-Pfennig“ für sein „Bedenken und Bedanken“.