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cc flickr esparanta palma / Der Sonntag
12.11.2015

Vatileaks II - „dia-bolos“, „Durcheinanderwürfler“!

Es ist eigenartig, so als Mitarbeiter im Vatikan: Worum geht es hier eigentlich? von  Dr. Johannes Fürnkranz

In den letzten Tagen waren die Schlagzeilen voll mit Neuigkeiten über den Vatikan: Da war von gehackten Computern in zentralen Büros die Rede, von Hinweisen auf finanzielle Misswirtschaft, von verhafteten Mitarbeitern, und auch manches alte Ärgernis taucht erneut aus der Versenkung auf.

 

 

 


Es ist eigenartig, so als Mitarbeiter im Vatikan: Man schaut erschüttert auf die Berichte von Skandalen gleich ums Eck – und doch dreht sich gleichzeitig die kleine Welt der Abteilung, der ich hier zugeordnet bin, ganz ruhig weiter.

 

Die einlangenden Anliegen aus den Diözesen werden behandelt, die notwendigen Unterlagen für den Papst vorbereitet, und vor meinem Fenster plätschert der Brunnen im Innenhof...


Irgendwie lassen mich diese Wogen der letzten Tage ziemlich ratlos zurück: Worum geht es hier eigentlich?

 

Um Wahrheit? Will da jemand dem Papst schaden? Oder glaubt man, auf diese Weise der Kirche zu nutzen?

 

Zuallererst einmal bleibt der Eindruck eines großen Durcheinander. Aber wen wundert’s, lautet doch der griechische Name des Widersachers gerade „dia-bolos“, „Durcheinanderwürfler“!


Vergessen Sie trotz all dem (oder gerade deswegen!) in Ihren Gedanken, aber auch in Ihren Gebeten die vielen nicht, die hier im Vatikan einfach ruhig den ihnen zugewiesenen Dienst tun wollen: ad maiorem Dei gloriam – zur größeren Ehre Gottes; sub Petro et cum Petro – unter dem Petrusnachfolger, und mit ihm!