„Fünfzig Jahre nach dem Konzil wäre es interessant, zu erforschen, wo die Kirche heute stünde, wenn die Bischöfe ihre gemeinsame Verantwortung mit dem Papst wahrgenommen hätten.
Was sich an Erneuerungen im Geist des Konzils doch durchgesetzt hätte, wären die römischen Bischofssynoden mehr beachtet worden“, schreibt Weihbischof Helmut Krätzl im siebenten Band der Kardinal-König-Bibliothek – „Die Kirche in der Welt von heute“ (Styria-Verlag).
Krätzl zeigt die großen Themen des Zweiten Vatikanischen Konzils, für dessen Umsetzung er sich seit beinahe einem halben Jahrhundert einsetzt:
U. a.
die neue Sicht vom Menschen (etwa die Frage des Gewissens),
der Ehe,
des Kirchenbildes,
der Welt und
die Öffnung zu den Weltreligionen.
Annemarie Fenzl, langjährige Sekretärin von Kardinal Franz König und Diözesanarchivarin, zeigt in ihrem Beitrag das unaufgeregte, aber effiziente Wirken von Kardinal Franz König beim Zweiten Vatikanischen Konzil, oft in Form des „Netzwerkens“, und die Umsetzung des Konzils in der Erzdiözese Wien, u. a. mit der Gründung des „Zentrums des Apostolats“ und mit der Wiener Diözesansynode von 1969 bis 1971.
Auch König hat, wie Krätzl, seit 1965 die Umsetzung des Konzils immer wieder eingemahnt.
Die Botschaft des Kardinals laut Fenzl: „Das Konzil in Wort, Schrift und Tat buchstäblich bis zum Lebensende weiterzutragen ist eine Verpflichtung für jeden, dem die Kirche am Herzen liegt.“
Nachdenklich stimmt die Aussage von Kardinal König: „Die 16 Konzilstexte sind immer noch zu wenig bekannt.“
Hoffnung macht, dass Papst Franziskus viele Konzilsthemen direkt angeht, u. a. Kollegialität, Dezentralisierung, Synodalität...