Montag 11. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

14.11.2015
Nach Attentaten von Paris

Französische Bischöfe: Das Böse darf nicht triumphieren

Vorsitzender der Bischofskonferenz Kardinal Vingt-Trois: "Wir dürfen niemals am Frieden verzweifeln, der auf der Gerechtigkeit aufbaut"

 

Das Böse darf nicht triumphieren: Mit diesem Appell hat sich am Samstag, 14. November 2015 die französische Bischofskonferenz zu Wort gemeldet, wie Radio Vatikan berichtete. "Die erste Reaktion der französischen Bischöfe ist natürlich ein Erschrecken - und dann vor allem Mitgefühl mit den untröstlichen Angehörigen der vielen Opfer," so Olivier Ribadeau Dumas, Generalsekretär und Pressesprecher der Bischofskonferenz des Landes. "Wir lassen alle unsere Gebete aufsteigen zu Gott, der ein Gott des Friedens und auch der Hoffnung ist, in der Gewissheit, dass das Böse nicht triumphieren wird. Wir müssen untereinander geeint bleiben, um diese terroristische Bedrohung zu bekämpfen. Nicht nur Paris ist zur Zielscheibe geworden, sondern eine ganze Gesellschaft, eine Art zu leben wird heute angegriffen."

In einer schriftlichen Erklärung erinnerte der Erzbischof der Stadt, Kardinal André Vingt-Trois, an die Terroranschläge vom Beginn dieses Jahres in Paris, aber auch an die in Beirut und Nigeria und anderen Teilen der Welt. Gegen die Gewalt brauche es ein Herz, dass sich nicht dem Hass ergebe, so der Kardinal, "bitten wir um die Gnade, Aufbauhelfer des Friedens zu sein. Wir dürfen niemals am Frieden verzweifeln, der auf der Gerechtigket aufbaut."

"Die Gefühle, die die Franzosen im Moment durchmachen, sind zunächst die einer durchaus legitimen Angst, aber auch der Solidarität", ergänzte Ribadeau Dumas. "Wir haben das in der vergangenen Nacht gesehen: Da haben viele Menschen denen, die nicht mehr nach Hause zurückkommen konnten, ihre Tür geöffnet. Also: das Beste, um dem Schlechtesten etwas entgegenzusetzen."

Die Rolle der Christen müsse darin bestehen, jetzt das Gute zu fördern und dafür zu sorgen, dass das Gute mehr und mehr öffentlich sichtbar wird. Ribadeau Dumas: "Das Gebet ist nötig, es ist für uns das Atmen unserer Existenz; dann das Mitgefühl. Wir stehen an der Seite derer, die jetzt leiden. Und dann müssen wir alle dazu ermuntern, die Ruhe zu bewahren. Wir müssen weiter zusammenhalten und gemeinsam kämpfen, um stark zu sein: Gemeinsam sind wir stark."

 

Die französische katholische Kirche will sich der dreitägigen Staatstrauer anschließen. "Die Bischöfe von Frankreich rufen die Katholiken zu einem außerordentlichen Gebet auf", erklärte die Französische Bischofskonferenz am Samstag. Demnach wird es Gottesdienste in zahlreichen Gemeinden geben, die Glocken werden in Gedenken an die Opfer läuten.

Nach den Attentaten in Paris hatte Frankreichs Präsident Francois Hollande am Samstagvormittag eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Hollande macht die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) für die Anschläge von Paris verantwortlich.