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kathbild.at/Rupprecht, Franz Josef Rupprecht
18.11.2015

Gehört Gewalt zur Religion?


In der Bergpredigt verbietet Christus nicht nur das Töten, sondern schon das Zürnen.

Nach den Attentaten von Paris haben sich viele Religionsführer zu Wort gemeldet und erklärt, dass Gewalt nicht zum Wesen der Religion gehöre.

 

Aber wenn das so ist, warum spielt dann Gewalt in so vielen Religionen eine Rolle? Nicht nur bei Hutzilopochtli, dem aztekischen Gott, der die Welt vernichtet, wenn für ihn nicht Blut vergossen wird. Menschenopfer kommen in vielen Religionen vor, auch Tieropfer, Selbstverstümmelung…

 

 

 


Und das sind nur die Gewalttaten innerhalb der eigenen Religion. Dazu kommt die Gewalt gegen die anderen.

 

Von Elija, dem Propheten aus dem Alten Testament, der die 450 konkurrierenden Baalspriester ertränken lässt, über die Religionskriege des Christentums, aber auch die grausame Tötung so vieler Missionare bis hin zum Dschihad.


Gewalttätigkeit liegt im Wesen des Menschen. Daher kommt sie auch in seiner religiösen Kultur vor – genauso wie in der nichtreligiösen.

 

Atheistische Ideologien haben ihre eigene beeindruckende Geschichte der Gewalt. Und viele Religionen versuchen, Gewalt zu  kanalisieren, zu ritualisieren und damit zu beschränken.


Darin sind sie sich aber nicht alle gleich. Keine geht so weit wie das Christentum.

 

In der Bergpredigt verbietet Christus nicht nur das Töten, sondern schon das Zürnen. In seiner Nachfolge steht das Kreuz und nicht das Schwert.


Ich kann nicht sagen, wie das mit Religion im Allgemeinen ist.

 

Aber ich bin mir sicher: Christus hat unter denen, die sich dem Vater nähern, eine Revolution der Sanftmut in Gang gesetzt. Sie hat bereits das Christentum selber im Lauf der Zeit sanfter gemacht. Und sie wirkt auf die ganze Welt. Aber sie ist noch längst nicht abgeschlossen.