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22.11.2015
Angelusgebet auf dem Petersplatz

Angelus-Gebet mit Papst unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen

Laut Vatikan-Angaben mit 30.000 Besuchern aber kein spürbarer Rückgang der Teilnehmerzahl bei dem traditionellen sonntäglichen Gebet auf dem Petersplatz.

Nach einer Warnung vor islamistischen Anschlägen in Italien sind die Sicherheitsvorkehrungen für das traditionelle Angelus-Gebet mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz am Sonntag, 22. November 2015 stark erhöht worden. Vor dem weiträumig abgesperrten Platz bezogen italienische Polizisten mit Maschinenpistole und schusssicherer Weste Posten. Die Einlasskontrollen waren erheblich verschärft. Polizisten durchsuchten schon auf dem Vorplatz Taschen und Rucksäcke der Gebetsteilnehmer. An den Eingängen zum Petersplatz gab es eine weitere Kontrolle. Für das Betreten des vorderen Teils war wie üblich das Passieren eines Metalldetektors erforderlich. Vor dem Petersplatz bildeten sich lange Warteschlangen.

Nach vatikanischen Angaben kamen mehr als 30.000 Menschen zum Angelus-Gebet. Damit gab es keinen spürbaren Rückgang der Teilnehmerzahl. Der Papst wendet sich beim Angelus-Gebet vom Fenster des päpstlichen Appartements im Apostolischen Palast aus an die Menschenmenge auf dem Petersplatz.

 

Christkönigsfest im Mittelpunkt

Papst Franziskus hat Machtmissbrauch unter den Regierenden der Staaten kritisiert. Bisweilen würden die "Königreiche dieser Welt" durch Arroganz, Rivalität und Unterdrückung regiert, sagte er am Sonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Das Königreich Jesu hingegen sei ein "Königreich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens", so Franziskus vor mehr als 30.000 Menschen. Anlass seiner Äußerungen war das Christkönigsfest, das die katholische Kirche am Sonntag beging. Es bildet den traditionellen Abschluss des Kirchenjahres.

"Die weltliche Logik beruht auf Ehrgeiz und Konkurrenz, kämpft mit den Waffen der Angst, mit der Erpressung und der Manipulation des Gewissens", sagte der Papst weiter. Die Logik des Evangeliums, drücke sich demgegenüber in Demut und Selbstlosigkeit aus. Ein Christ müsse "Macht" und "Kraft" immer im Lichte der Kreuzigung Jesus sehen. Paradoxerweise bestehe die Macht Jesu gerade darin, dass er sich nicht selbst habe retten können und sein Leben am Kreuz für die Menschen hingegeben habe. Wenn Jesus vom Kreuz gestiegen wäre, erklärte der Papst, dann hätte er sich den Prinzipien dieser Welt angepasst.

Franziskus betonte zugleich, dass die "Königsherrschaft" Jesu die Menschen nicht unterdrücke, sondern von ihren Schwächen und ihrem Elend befreie. Sie ermutige dazu, den Weg des Guten, der Versöhnung und der Vergebung zu gehen. Wenn Jesus sage, sein Königreich sei nicht von dieser Welt, dann heiße das nicht, dass er König in einer anderen Welt sei, so der Papst. Er bezog sich hierbei auf den Evangeliumstext vom Sonntag. Es bedeute vielmehr, dass Jesus auf eine andere Art König sei.