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23.11.2015

Frauenbewegung: Klimapolitik darf nicht "genderblind" sein

Frage der Geschlechtergerechtigkeit in Klimadebatte miteinbeziehen

Geschlechtergerechtigkeit muss auch ein Thema in der laufenden Klimadebatte sein. Das hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) anlässlich der internationalen Kampagne "16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen" vom 25. November bis 10. Dezember 2015 eingemahnt. "Gewalt hat viele Gesichter", wies kfbö-Vorsitzende Veronika Pernsteiner in einer Aussendung am Montag, 23. November 2015, hin, "und die strukturelle Gewalt, die über eine 'genderblinde' Klimapolitik ausgeübt wird, ist eine davon".

 

Gender und Klimawandel

Generell spiele Mann- und Frausein bei den Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels "eine zentrale Rolle", erklärte Pernsteiner. Dass "die Sensibilität dafür fehlt", zeigten auch die Argumente in der umweltpolitischen Debatte und die daraus abgeleiteten politischen und ökologischen Maßnahmen". Nach Überzeugung der Katholischen Frauenbewegung ist eine Abkehr von einer technokratisch und ökonomisch fixierten Klimadebatte notwendig und eine Hinwendung hin zu einem Diskurs, der soziale Aspekte wie jenen der Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt.

Als Beispiel dafür, dass dies durchaus relevant ist, verwies Pernsteiner auf Frauen in der Sahelzone, die "von den Folgen des Klimawandels anders betroffen" seien als Männer. Denn das vorherrschende Geschlechterverhältnis habe dort auch Auswirkungen auf den Zugang zu Wasser und den Umgang damit. Erst im Juni 2015 zeichnete die kfbö mit ihrem Herta-Pammer-Wissenschaftspreis eine Arbeit aus, die geschlechtsspezifisch unterschiedliche Strategien im Umgang mit Regenwasser in der Sahelzone beleuchtet. Dass "lokale Genderdynamiken im Regenwassermanagement" vor dem Hintergrund des Klimawandels zu analysieren sind, hatte damals auch Petra Dannecker, Professorin am Institut für Internationale Entwicklung der Uni Wien, in ihrer Laudatio zu den Forschungen von Karin Neumayer erklärt.


Initiative "Klappe auf" zeigt Filme

Unterschiedliche Aspekte von Gewalt werden laut der kfbö-Ankündigung heuer anlässlich der "16 Tage gegen Gewalt" von der österreichischen Initiative "Klappe auf" dargelegt. "Klappe auf" ist ein Netzwerk von frauen- und entwicklungspolitisch aktiven Organisationen - unter ihnen das "Netzwerk Frauenrechte" von Amnesty International, der Verein Autonome Frauenhäuser und die "Aktion Familienfasttag" der Katholischen Frauenbewegung.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten von "Klappe auf" steht am 26. November in der Wiener Brunnenpassage ein "Trickfilmabend" unter dem Motto "Cinemarkt spezial". Zu sehen sind Filme zu Themen wie Flucht und Migration, Frauenhandel, Care-Arbeit oder Bildungschancen, die von Expertinnen kommentiert werden. Die abschließende Podiumsdiskussion greift die Frage auf, wie Gewalt begegnet werden kann und welche Optionen es gibt, Frauen zu stärken.