Die ORF-Religionsabteilung geht im Advent innovative Wege: In der am Sonntag beginnenden vierteiligen TV-Reihe "Was ich glaube" wird nämlich nichts gesprochen. An den Advent-Sonntagen beobachtet die Kamera lediglich vier Benediktiner-Mönche aus dem obersteirischen Stift St. Lambrecht auf ihrem Weg in die Stille und ins Schweigen. Die redaktionell verantwortliche ORF-Religionsjournalistin Barbara Krenn erklärte, "Was ich glaube" sei üblicherweise eine Sendung des Wortes und des Interviews. In der "stillen Zeit" solle das anders sein. Sie sei selbst schon sehr gespannt, "wie man im Fernsehen fünf Minuten lang ohne ein Wort auskommt" und wie die Resonanz darauf ist, so Krenn gegenüber "Kathpress".
Für Einsiedler und Mystiker sei das Schweigen seit jeher eine wichtige Säule für ihre Beziehung zu Gott und sich selbst, heißt es in der ORF-Ankündigung. Benedikt von Nursia, geboren um 480 n.Chr., habe sich nach seinem Studium in Rom als Einsiedler in der Nähe von Subiaco niedergelassen. Seine Klosterregel legte später nicht nur den Grundstein für die benediktinische Ordensfamilie, sondern auch für das gesamte abendländische Mönchtum. Darin bestimmt der Wechsel von Gebet, geistlicher Lesung und Arbeit den Tagesablauf. Und: Dem Schweigen und der Stille kommt eine zentrale Bedeutung zu.
Wie heutige Benediktiner diese Vorgaben konkretisieren, zeigt der ORF anhand des St. Lambrechter Abtes Benedikt Plank, der in "Die Stille der Natur" (29. November 2015) einen von Goethe inspirierten Spaziergang unternimmt. Eine Woche später ist Altabt Otto Strohmaier als Ikonenmaler im Bild, danach Pater Alfred Eichmann im Meditiationsraum des Klosters und schließlich der Novize Frater Aaron Laun in der "Stille der Nacht". Die von Christian Rathner gestalteten Beiträge sind jeweils um 16.55 Uhr in ORF 2 zu sehen.