Der Malteserorden hat seine alljährliche Straßensammlung begonnen. In Einkaufsstraßen und in ausgewählten Lokalen bitten ehrenamtliche Mitarbeiter in den kommenden Tagen um Spenden für Sozialdienste in Österreich und die Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden, hieß es in einer Aussendung vom Freitag. Der Start in Wien ist am Samstag, 5. Dezember 2015 weitere Sammlungen gibt es in Graz, Salzburg und Schloss Halbthurn (Burgenland).
Die jährliche Straßensammlung zählt zu den wichtigsten Finanzierungsquellen der Malteser, die ihre Tätigkeiten überwiegend aus Spenden finanzieren und weitgehend ohne öffentliche Unterstützung arbeiten. Politische Fürsprecher hat die Aktion dennoch - wie Bundespräsident Heinz Fischer, Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz sowie Wiens Bürgermeister Michael Häupl, denen die Malteser zum Auftakt Spendenbesuche abstatteten.
Die Malteser unterstützen durch ihre humanitäre Hilfe weltweit über 15 Millionen notleidende Menschen in 120 Ländern, unabhängig von Herkunft, Religion oder politischer Überzeugung. Das Leistungsspektrum reicht von persönlichen Betreuungs-, Alten- und Krankendiensten über Ambulanzeinsätze, Krankentransporte, Rettungs- und Notarztdienste bis hin zu internationalen Einsätzen im Rahmen von Katastrophenschutz und Aufbauhilfe. In Österreich sind derzeit über 2.300 Menschen in jährlich über 150.000 Dienststunden für die Malteser unentgeltlich aktiv - etwa beim Hospitaldienst, dem Alten- und Krankendienst, dem Palliativdienst oder in der Medikamenten- und Rumänienhilfe der Malteser.
In der Flüchtlingsbetreuung arbeiten die Malteser eng mit den Johannitern und anderen Organisationen zusammen und haben im Oktober die Verantwortung für rund 500 Notschlafplätze am Wiener Westbahnhof übernommen. "Unsere Mitarbeiter waren seit Beginn der Flüchtlingskrise täglich an den Grenzen, Bahnhöfen und in den Erstaufnahmezentren vor Ort, um medizinische Versorgung zu gewährleisten, menschliche Zuwendung zu geben und nachfolgend bei der Integration zu unterstützen", erklärte Malteser-Kommandant Olivier Loudon.
Alle Dienste werden ehrenamtlich geleistet - darunter auch Deutschkurse, Hilfen bei der Nostrifizierung von Studienabschlüssen, Betreuung unbegleiteter Minderjähriger und Ausflüge mit Kindern asylwerbender Familien.