Papst Franziskus hat ein Außerordentliches Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Es begann am 8. Dezember 2015, dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit der Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms im Vatikan.
Bisher war es nur in Rom Tradition, dass die Pilger in den Basiliken Heilige Pforten durchschreiten konnten. Im letzten Heiligen Jahr 2000 gab es solche Tore vereinzelt schon in den Diözesen. Papst Franziskus hat verfügt, dass diesmal jede Diözese der Weltkirche mindestens eine Heilige Pforte bestimmt: ein Tor an der Kathedrale oder an einer bedeutenden Wallfahrtskirche etwa. Im Vikariat Wien Stadt sind diese im Stephansdom, in St. Rochus und in der Karmelitenkirche.
Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn öffnete am Samstag, 12. Dezember 2015 um 20 Uhr die Heilige Pforte der Barmherzigkeit im Dom nach dem dafür vorgesehenen Ritus. Dazu gehörte die Öffnung des Riesentores, anschließende Prozession, Schriftlesung und Ansprache des Wiener Erzbischofs. Darin unterstrich Kardinal Schönborn, "dass die Gläubigen nun eine Jahr lang die Möglichkeit haben die Gnade der Barmherzigkeit zu empfangen und zu schenken".
Das Heilige Jahr sei eine "Zeit, um bei Jesus in die Schule zu gehen" und von seiner Barmherzigkeit zu lernen. Kardinal Schönborn erinnerte an das Gleichnis vom verlorenen Schaf: Dass der darin beschriebene Hirte die 99 Schafe verlasse, um das verlorene zu suchen, sei auch "für die Gerechten die unglaubliche Zusage: Auch wenn du dich verirrst, werde ich nach dir suchen." Jesus gehe auch denen nach, "für die es mir so schwer fällt, mich ihnen zuzuwenden", so der Kardinal. Das verdeutliche, "wie unvorstellbar kostbar wir in seinen Augen sind".
Wenige Tage, nachdem Papst Franziskus im Petersdom die Heilige Pforte und somit das "Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit" eröffnet hat, öffnen sich dieses Wochenende auch in Österreich Dutzende Tore. Die Heiligen Pforten von Domkirchen, Wallfahrtsbasiliken und anderen dafür bestimmten Gotteshäusern, bei denen auch ein "Jubiläumsablass" erlangt werden kann, werden geöffnet.
In der Ezdiözese Wien folgen auf den Stephasdom weitere Heilige Pforten in St. Rochus (Wien-Landstraße, 13.12.) und in der Karmeliterkirche (Wien-Döbling, 19.12.), sowie im Diözesangebiet auch in Klein-Mariazell (13.12.), Maria-Roggendorf (13.12.), Maria Schutz (20.12.) und Marchegg (20.12.).
Link zu Video über die Öffnung der Heiligen Pforte im Stephansdom