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15.12.2015
Hesselblad gründete den sogenannten "schwedischen Zweig" des Birgittenordens

Papst spricht vormalige Protestantin und Judenretterin heilig

Hesselblad gründete den sogenannten "schwedischen Zweig" des Birgittenordens, der vor allem in Schulen wirkt.

Papst Franziskus spricht in den kommenden Monaten voraussichtlich eine vormalige Protestantin und Judenretterin heilig. Der Vatikan erkannte der schwedischen Ordensgründerin Maria Elisabeth Hesselblad (1870-1957) laut Mitteilung vom Dienstag, 15. Dezember 2015 eine medizinisch nicht erklärbare Heilung als Wunder zu. Die Bestätigung ihrer Heiligsprechung durch den Papst gilt nun nur noch als Formsache.

 

Mehrere Dekrete veröffentlicht

Neben dem Dekret für Hesselblad wurden am Dienstag weitere 16 Dekrete veröffentlicht. Vier betreffen künftige Selige, zwölf betreffen "heroische Tugendgrade", die großen verstorbenen Katholiken zuerkannt wurden.

 

Hesselblad gründete den sogenannten "schwedischen Zweig" des Birgittenordens, der vor allem in Schulen wirkt. Sie wuchs in einer lutheranischen Familie in Schweden auf und konvertierte 1902 in Washington zum Katholizismus. Papst Johannes Paul II. sprach sie im Jahr 2000 selig. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ehrte sie 2005 als "Gerechte unter den Völkern". Hesselblad hatte während des Zweiten Weltkriegs in der römischen Ordenszentrale verfolgte Juden aufgenommen.

 

Für den Schweizer Nikolaus Wolf (1756-1832) erkannte die Heiligsprechungskongregation den sogenannten heroischen Tugendgrad an. Damit bescheinigte sie Wolf die christlichen Tugenden in einer für seine Zeit vorbildliche Weise gelebt zu haben. Für eine Seligsprechung Wolfs fehlt nun noch der Nachweis eines Heilungswunders, das auf seine Fürsprache gewirkt wurde. Der Bauer aus Rippertschwand bei Neuenkirch im Kanton Luzern wurde als Krankenheiler verehrt. Er betete mit Kranken für deren Genesung und Linderung ihrer Leiden.

 

Zusammen mit Wolf erhielten elf weitere Katholiken den heroischen Tugendgrad. Unter ihnen ist auch der Italiener Teresio Olivelli, der 1945 im Konzentrationslager Hersbruck in Deutschland ums Leben kam, sowie der US-amerikanische Ordensmann William Gagnon (1905-1972), der sich in Vietnam um die Opfer des Krieges kümmerte.