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15.12.2015
Statement des Umweltbischofs

Bischof Alois Schwarz: Klimaschutz-Abkommen "muss Wende für die Welt bedeuten"

Heimischer "Umweltbischof": Hoffnung, "dass die politischen Absichten in der Praxis konsequent umgesetzt werden“.

Vorsichtig optimistisch hat sich der Kärntner Bischof Alois Schwarz zum am Samstag in Paris verabschiedeten neuen internationalen Klimaschutzvertrag geäußert. Das Abkommen "muss eine Wende für die Welt bedeuten", forderte Schwarz in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress". In Paris verpflichteten sich alle beteiligten Staaten zu gemeinsamen Anstrengungen, den durchschnittlichen globalen Temperaturanstieg auf unter zwei Grad Celsius und möglichst auch unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Der vereinbarte Mechanismus zur Überprüfung und Anpassung der zugesagten nationalen Klimaschutz-Maßnahmen gebe Hoffnung, "dass die politischen Absichten in der Praxis konsequent umgesetzt werden", so Bischof Schwarz am Dienstag, 15. Dezember 2015.

 

„Änderung der Lebensstile notwendig“

Freilich könnten die Klimaschutzziele nur durch eine "gemeinsame Änderung der Lebensstile" und durch "neue ökologische Verhaltensweisen" erreicht werden, betonte der Bischof, der in diesem Zusammenhang auf die Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus verwies. Schwarz ist in der Österreichischen Bischofskonferenz u.a. für Umweltfragen zuständig.

 

Trotz der vielen nationalen Eigeninteressen sei die Klimakonferenz von einer konstruktiven Dynamik geprägt gewesen, hielt der Bischof fest. Im Vergleich zu den letztjährigen Verhandlungen sei das Pariser Klimaschutzabkommen daher ein "historischer Durchbruch". Schwarz: "Nie zuvor ist sich die Staatengemeinschaft bei einem so wichtigen Thema einig geworden."

 

Die von Papst Franziskus geforderte Unterstützung für die besonders von Klimawandel betroffenen Länder werde aufgestockt, hob Schwarz lobend hervor. Ab 2020 sollten jährlich 100 Milliarden Dollar für Klima-Hilfen in armen Ländern zur Verfügung stehen.

 

Auch die kirchlichen Klimaschutzmaßnahmen der Österreichischen Bischofskonferenz orientierten sich am 1,5 Grad Ziel der Vereinten Nationen, erläuterte Schwarz. Dementsprechende Aktionspläne würden in den Diözesen ausgearbeitet.

 

Kärnten sei zudem mit seinem Energiemasterplan bis 2025 auf gutem Kurs, befand der Bischof. Wärme und Strom könnten bis dahin zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie erzeugt werden. Die große Herausforderung bestehe allerdings im Umbau des Mobilitätsverhaltens: "Hier sind Politik und Bürger gleichermaßen gefordert, nach Lösungen zu suchen."

 

Ambivalente Bilanz der Dreikönigsaktion

Jakob Wieser, Geschäftsführer der Dreikönigsaktion (DKA) der Katholischen Jungschar, bewertete das Klimaschutzabkommen in einer Aussendung ebenfalls vorsichtig positiv. Zum einen sprach er von einer "historischen Dimension": "In den letzten Jahren wurde viel gerungen und nun sind alle Staaten an Bord. Sogar die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien. Sie galten zuletzt als 'Bremser'." Die Staatengemeinschaft erkenne damit ihre moralische Verpflichtung füreinander an. Das sei ein Erfolg.

 

Andererseits gebe es aber keinen starken Sanktionsmechanismus, der diese Verpflichtung einfordern kann, und man habe Zwang ausgeschlossen. Die derzeitigen Beiträge würden die Erde jedenfalls um durchschnittlich 2,7 bis 3 Grad erwärmen, warnte Wieser.

 

"Das Abkommen selbst ist ein äußerst schwaches, aber es bietet Ansatzpunkte für zukünftige Verbesserungen", so Wieser weiter wörtlich. Es dürfe jedenfalls nicht als Endpunkt einer Entwicklung sondern erst als Anfang für einen umfassenden Klimaschutz gesehen werden. Dass es überhaupt zustande gekommen ist, sei vor allem auch "massiven Anstrengungen" von außerhalb der Klimakonferenz zu verdanken, zeigte sich der DKA-Geschäftsführer überzeugt und verwies u.a. auch auf die mahnenden Worte von Papst Franziskus.