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28.12.2015

"Jugend Eine Welt": Kinderarbeit in Feuerwerksindustrie nimmt ab

Indische Hersteller durch Billig-Importe aus China bedrängt - Hilfswerk plädiert für "Feuerwerk der Menschlichkeit"

Die Anzahl der in der Feuerwerksindustrie arbeitenden Kinder ist laut dem Hilfswerk "Jugend Eine Welt" deutlich zurückgegangen. Grund dafür sein schärfere Kontrollen in Indien - nach China der zweitgrößte Produzent von pyrotechnischen Produkten. 2014 verloren 17 Betriebe in der Region Sivakasi im Bundesstaat Tamil Nadu ihre Lizenz, nachdem bei unangekündigten Kontrollen unter 14-jährige Kinder angetroffen wurden, berichtete das Hilfswerk in einer Aussendung im Hinblick auf den Silvestertag. Auch Aufklärungs-und Hilfsprogramme in Sivakasi, wo der Großteil der indischen Feuerwerkskörper erzeugt werde, würden zunehmend greifen.

Grund für viele Schließungen sei auch die starke Konkurrenz aus China, das mit Billig-Importen den indischen Markt überflute. "In Folge mussten von den rund 800 Feuerwerks-Produktionsstätten in Sivakasi mehr als 40 schließen, weitere 100 stehen zum Verkauf", erklärte das katholische Hilfswerk.

 

Illegale Billig-Importe

Die österreichischen Konsumenten warnt die Organisation vor illegalen Billig-Importen aus asiatischen und lateinamerikanischen Ländern, "wo Kinderarbeit noch immer nicht ausgeschlossen werden kann", so "Jugend Eine Welt"-Vorsitzender Reinhard Heiserer. Billig-Importe seien zudem gefährlich und für die Mehrzahl aller Feuerwerks-Unfälle in Österreich verantwortlich.

"Jugend Eine Welt" plädiert dafür, auf das Zünden von Feuerwerkskörpern gänzlich zu verzichten. "Tausende Flüchtlinge, darunter ganz viele Kinder und Jugendliche, brauchen in diesen Tagen unsere tatkräftige Hilfe", wies Heiserer hin. "Ich würde mir sehr wünschen, dass viele Menschen sich für ein 'Feuerwerk der Menschlichkeit' entscheiden und ihr Geld nicht in die Luft pulvern, sondern damit lieber Menschen in Not helfen."