In seiner letzten Generalaudienz im Jahr 2015 hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, der Kindheit Jesu mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Seine Kreuzigung und Auferstehung seien zwar der größte Ausdruck von Gottes Liebe. Dass Gott ein Kind geworden sei, müsse eine besondere Bedeutung für den Glauben haben. Die Gläubigen dürften jedoch nicht vergessen, "dass sein gesamtes irdisches Leben Offenbarung und Lehre ist", sagte Franziskus am Mittwoch, 30. Dezember 2015 auf dem Petersplatz. Die biblischen Berichte machten zwar nur sehr wenige Angaben zu Jesu Kindheit, "aber wir können viel von ihm lernen, wenn wir das Leben der Kinder beobachten", so der Papst.
"Mit einem Kind zu spielen bedeutet, unsere eigene Logik hinter uns zu lassen und in seine Logik einzutreten", sagte Franziskus weiter. Dies sei eine Lehre für das Verhalten gegenüber Jesus. Auch er rufe dazu auf, die angebliche Autonomie aufzugeben, um die wahre Form der Freiheit zu erlangen. Diese bestehe darin, zu erkennen, "wen wir vor uns haben und ihm zu dienen". Kinder wollen unsere Aufmerksamkeit, erklärte Franziskus. Sie müssten im Zentrum stehen, weil sie das Gefühl des Beschütztseins bräuchten. Ebenso müsse Jesus für die Gläubigen im Zentrum stehen und beschützt werden.
Papst Franziskus rief auch zum Gebet für die Opfer der Unwetter und Überschwemmungen in den USA, Großbritannien und Lateinamerika auf. Zum Abschluss der Generalaudienz forderte er zu "brüderlicher Solidarität" mit den betroffenen Bevölkerungen auf. In den USA starben in den vergangenen Tagen 43 Personen durch schwere Stürme und Überschwemmungen. In Paraguay, Argentinien und Uruguay kamen durch Überschwemmungen mindestens zehn Personen ums Leben, etwa 160.000 Menschen mussten vor Hochwasser fliehen. Auch im Norden Englands mussten in den vergangenen Tagen Tausende Menschen ihre Häuser wegen Überschwemmungen verlassen.