Zu "Zusammenarbeit, Solidarität, Vernunft und vor allem Menschlichkeit" hat der evangelische Bischof Michael Bünker als Antwort auf die Flüchtlingskrise aufgerufen. Die christlichen Kirchen in Österreich seien gemeinsam bestrebt, die Menschen zur Nächstenliebe zu ermutigen, um die es bei der Flüchtlingshilfe sowie bei der Sorge um Arbeitslose, Alleinerzieher, Alte, Einsame oder Verzweifelte immer gehe. Man wolle die Gemeinden sensibel machen für die "Nöte der Menschen, die am Rand stehen, die verwundbar und verletzlich sind", erklärte der lutherische Bischof am Freitagabend in einer Neujahrsansprache am 1. Jänner 2016 im ORF-Fernsehen.
Als konkrete Schritte empfahl Bünker die Einrichtung von Sozialstammtischen sowie die Organisation von Deutschkursen. Als Teil der Zivilgesellschaft sei es sinnvoll, hier auch mit anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen zusammenzuarbeiten, "denn ohne Menschlichkeit und Mitgefühl kann unsere Gesellschaft nicht leben", erklärte er.
Michael Bünkers Ansprache war in der evangelischen Gemeinde im burgenländischen Gols aufgezeichnet worden, einer der vielen in der Flüchtlingsbetreuung engagierten Pfarrgemeinden. Das Jahr 2016 steht in der evangelischen Kirche unter dem Bibelwort aus dem Buch Jesaja "Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet". Angesichts der großen Herausforderungen, die manche mit Angst und Sorge erfüllen, zeuge dieses Motto von der Nähe und Zuneigung Gottes und lasse Mut und Zuversicht wieder neu erwachen, so der Bischof.