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05.01.2016
Sammlung von Missio

Weltweite Hilfe für Priesternachwuchs - Missiosammlung

Am 6. Jänner sammeln die Päpstlichen Missionswerke für die Ausbildung von Priestern.

Die Kollekte der Missio-Kirchensammlung am 6. Jänner 2016 ist für die Ausbildung von Priesteramtskandidaten in den Missionsdiözesen bestimmt. Zu diesen gehört auch die Kirche in Osttimor, wo das Christentum in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewachsen ist und es zahlreiche Berufungen gibt.

 

Im Jahr 1975, als Indonesien das Land besetzte, waren erst 30 Prozent der Bevölkerung Osttimors Katholiken. Heute sind es 96 Prozent. Viele Menschen schlossen sich in der Zeit der indonesischen Besatzung (1975 bis 1999) der katholischen Kirche an. Sie war damals die einzige Institution, die der Bevölkerung in ihrem jahrelangen Kampf für Unabhängigkeit beistand. Heute genießt die Kirche deshalb ein hohes Ansehen. Gleichzeitig steht sie aber vor großen pastoralen Herausforderungen. Nur unter widrigen Bedingungen kann sie die Seminaristen ausbilden.

 

Bis zum Jahr 2000, kurz vor der Unabhängigkeit, musste die Kirche in Osttimor alle ihre Seminaristen in indonesischen Priesterseminaren ausbilden lassen, obwohl es in Osttimor bis heute wegen der Okkupationszeit eine starke Ablehnung von allem gibt, was aus Indonesien kommt, einschließlich der indonesischen Sprache. Als 2000 schließlich das Seminar "Peter und Paul" gegründet wurde, lebten dort 40 Seminaristen. Heute sind es 100. Ihnen steht nur ein einziger Computer zur Verfügung, der sich in der Bibliothek befindet. Es fehlt auch an Personal: Fünf noch sehr junge Ausbildner begleiten die angehenden Priester in der Zeit ihres Studiums. "Die Kirche ist bei uns sehr schnell gewachsen", erzählt der Leiter des Priesterseminars Fr. Eduardo de Almeida. "Das ist heute ein Problem. Es fehlt an Ausbildnern und Priestern. An manchen Orten wird noch keine Sonntagsmesse zelebriert." Die Finanzierung des Studiums ist schwierig. Zuweilen werden die Kosten zwischen den Eltern und der Diözese aufgeteilt. Auch die beiden Vorbereitungsjahrgänge für das Seminar sind mit insgesamt 64 Studenten überfüllt. Bis zu 25 Studenten übernachten in den Schlafsälen, die eigentlich für höchstens 15 Personen gedacht sind.  

 

Osttimor ist neben den Philippinen das einzige asiatische Land mit einer mehrheitlich katholischen Bevölkerung. Gleichzeitig ist Osttimor das zweitärmste asiatische Land nach Afghanistan. Länder wie Osttimor benötigen dringend finanzielle Unterstützung um ihrem Nachwuchs eine solide Ausbildung bieten zu können. Gerade jetzt, wo sich Osttimor im Wandel befindet und für viele Menschen das neue Leben in Freiheit eine große Herausforderung ist, braucht die Kirche gut ausgebildete Priester dringender denn je. Damit die Menschen nicht der Überforderung einer beschleunigten Welt orientierungslos ausgeliefert sind, braucht es eine spirituelle Vertiefung und die Vermittlung von Glaubenswissen.


Päpstliche Missionswerke unterstützen weltweit 80.000 Seminaristen

Am 6. Jänner 2016 sammeln die Päpstlichen Missionswerke für die Ausbildung von Priestern. Die Kollekte, die in allen Pfarren Österreichs durchgeführt wird, sichert die Ausbildung des priesterlichen Nachwuchses in Afrika, Asien und Lateinamerika, also überall dort, wo es den Ortskirchen oft am Notwendigsten fehlt. Viele Bischöfe können die Ausbildung angehender Priester nicht bezahlen und müssen geeignete Kandidaten abweisen. Deshalb unterstützen die Päpstlichen Missionswerke weltweit 80.000 Seminaristen und tausende Novizen.

Leo-M. Maasburg, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke: "Die Kirche in Afrika, Asien und Lateinamerika ist auf unsere Unterstützung unbedingt angewiesen. Will sie den Missions-Auftrag, zu dem uns auch Papst Franziskus immer wieder mit so leidenschaftlichen Worten ermahnt, erfüllen, braucht sie gute Priester, Hirten nach dem Herzen Jesu. Materielle Hilfe allein sichert dem Menschen zwar das kurzfristige Überleben, gibt ihm aber noch keinen Lebenssinn. Seelsorger, Priester, sehen und helfen den Menschen an Leib und Seele!"


Päpstliche Missionswerke sichern spirituelle Grundversorgung

Mit der am 6. Jänner stattfindenden Sammlung für "Priester aus 3 Kontinenten" sichert Missio die "spirituelle Grundversorgung" der Menschen in den Ländern des Südens. "Die Welt braucht Priester, weil sie Christus braucht. Wenn sie Christus nicht hat, verfällt sie. Die Investition in die Ausbildung der Priester ist die beste Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft", so Maasburg.

 

Mehr Berufungen als Ausbildungsplätze

In den Ländern des Südens fehlt es nicht an Berufungen. In Afrika, Asien und Lateinamerika ist der Zustrom zu den Priesterseminaren groß. Oft müssen aber ernsthafte Bewerber abgewiesen werden, weil es an Geld zur Ausbildung und Platz für die Unterbringung fehlt. Mit der Sammlung am 6. Jänner "für Priester aus 3 Kontinenten" wird eine fundierte theologische und pastorale Ausbildung ermöglicht. Das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) am 6. Jänner ist das älteste Missionsfest der katholischen Kirche.