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Der Sonntag
28.01.2016

Weisheiten aus der Wüste

„Die Wüstenmütter“: Ein Buch erinnert an geistvolle Frauen des Christentums.

Es waren gar nicht so wenige Aussteigerinnen aus der spätantiken Gesellschaft, die sich im vierten und fünften Jahrhundert nach Christus in die Randgebiete des Nil, des Sinai oder andere abgelegene Regionen zurückgezogen hatten und dennoch zu Begleiterinnen für Frauen, Mönche oder Frauen und Männern aus der gebildeten Gesellschaft Alexandrias und anderer Städte wurden.

 

 


Es sind Frauen wie Makrina, Paula, Theodora, Synkletika oder  Eugenia, die Gabriele Ziegler mit ihrem Buch „Die Wüstenmütter. Weise Frauen des frühen Christentums“ (Verlag „Camino“, Katholisches Bibelwerk) dem Vergessenwerden entreißt.

 

Wenn auch die „Wüstenväter“ bekannter sind, so stehen doch die „Wüstenmütter“ diesen Männern um nichts nach.

 

Auch von ihnen sind geistliche Worte überliefert und sie hielten es wie die „Wüstenväter“ aus in der Einsamkeit – mit sich selbst und oft auch mit anderen in Gemeinschaft.

 

So sagt Theodora: „Nicht Askese, nicht Schlafentzug, nicht alle mögliche Anstrengung rettet. Allein echte Demut  rettet.“

 

Oder: „Denke an Gutes, dann wirst du gerne Gutes tun.“ 

 

Diese Frauen sind geistige Hebammen, die anderen halfen, in der Seele erwachsen zu werden und den je eigenen Lebensweg zu gehen.

 

Diese Frauen benötigten einen starken Willen, einen nüchternen Blick auf sich und die Stärke, sich in einer männlich-dominierten Umgebung durchzusetzen.

 

Das Erbe der Wüstenmütter bringt Ziegler so auf den Punkt: „Auf sich achten – nicht urteilen – Diskretion üben.“


Im Vorwort des Buches schreibt P. Anselm Grün OSB: „Die Wüstenmütter können uns heute zeigen, dass wir von Gott und vom Menschen nur dann richtig sprechen, wenn wir es von der Seite des Mannes und der Frau zugleich tun.“