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03.02.2016
Große Anteilnahme der Bevölkerung

Schrein des Heiligen Pater Pio nach Rom überführt

Hunderte Menschen, unter ihnen viele Alte und Kranke, erwarteten in San Lorenzo Ankunft des Schreins mit dem Leichnam.

Unter großer öffentlicher Anteilnahme sind die Reliquien des italienischen Volksheiligen Pater Pio (1887-1968) am Mittwoch, 3. Februar 2016 nach Rom überführt worden. Der weitgehend erhaltene Leichnam soll dort bis zum 11. Februar der Verehrung durch Gläubige dargeboten werden. Anlass ist das von Papst Franziskus ausgerufene "Jahr der Barmherzigkeit", in dem er Katholiken besonders auf die Möglichkeit der Vergebung hinweisen will. Pater Pio besaß einen Ruf als herausragender Beichtvater und Seelenführer. Er zählt zu den populärsten Heiligen Italiens.

Am Morgen war der Glasschrein mit den sterblichen Überresten Pater Pios von seinem Grab im süditalienischen San Giovanni Rotondo mit Polizeibegleitung nach Rom gebracht worden. Der Konvoi traf Nachmittags bei der Basilika San Lorenzo fuori le Mura ein. Hunderte Menschen, unter ihnen viele Alte und Kranke, erwarteten die Ankunft. Kapuziner trugen den Schrein auf ihren Schultern in die Kirche, wo den Abend über Gottesdienste und Gebete stattfanden.

Höhepunkt am Aschermittwoch

Gemeinsam mit dem Leichnam Pater Pios wird auch der heilige Leopold Mandic (1866-1942) gezeigt, auch er Kapuzinerpater und prominenter Beichtseelsorger. Am Donnerstag sollen die Reliquien in die römische Kirche San Salvatore in Lauro gebracht werden. Tags darauf werden sie in einer feierlichen Prozession in den Petersdom gebracht. Höhepunkt ist am 10. Februar die Aschermittwochsmesse mit dem Papst vor den Schreinen von Pater Pio und Leopold Mandic, den beiden Patronen des laufenden "Heiligen Jahres der Barmherzigkeit".

Für die Veranstaltungen stellte die Stadt Rom ein erhebliches Aufgebot der Polizei und des Zivilschutzes bereit. Die Polizeidirektion verglich den Aufwand mit Sicherheitsmaßnahmen für bedeutende Staatsoberhäupter.

Unter anderem wurden laut Medienberichten die betreffenden Orte und Prozessionsrouten von Antiterror-Einheiten auf mögliche Sprengsätze in der Kanalisation untersucht. Gläubige, die sich den Glasschreinen zur Verehrung nähern, müssen einen Metalldetektor passieren. Auch eine Hundestaffel ist den Berichten zufolge im Einsatz.

Pater Pio, seit 1904 Mitglied des Kapuzinerordens, erwarb sich über die Grenzen Italiens hinaus einen Ruf als Beichtvater und Seelenführer. Besonders wuchs seine Popularität durch blutende Kreuzigungsmale Jesu, die sich über Jahrzehnte an seinem Leib zeigten. Nach Anschuldigungen wegen Scharlatanerie und zeitweiligen Auflagen der Kirchenleitung, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, erkannte der Vatikan sein Wirken an. Schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt, wurde Pater Pio am 16. Juni 2002 von Johannes Paul II. (1978-2005) heiliggesprochen.