Dienstag 12. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

11.02.2016
Offener Brief von KA und KFB

Wien: Katholische Organisationen fordern "Willkommenskultur"

Offene Briefe von Katholischer Aktion und Katholischer Frauenbewegung: Das Problem sind nicht die Flüchtlinge, sondern die Lebensumstände in ihren Herkunftsländern.

Ein Festhalten an einer "Willkommenskultur" für Flüchtlinge sowie an einer Politik für mehr weltweite Gerechtigkeit fordern die Katholische Aktion (KA) und die Katholische Frauenbewegung (kfb) der Erzdiözese Wien von Österreichs Politik. "Das Problem sind nicht die Flüchtlinge, sondern die Lebensumstände in ihren Herkunftsländer - und dafür braucht es eine intensive Friedenspolitik", heißt es in einem von KA-Wien-Präsident Walter Rijs unterzeichneten Schreiben an die Regierung.

 

Empört über das "derzeitige Sprechen und Handeln zum Thema Flüchtlinge" seitens der Regierungsspitze äußerte sich die Diözesanleitung der kfb in einem weiteren offenen Brief. Es zeuge von "Arroganz und Ignoranz", hilfesuchende Menschen ohne Chancen auf würdevolles Leben und Sicherheit als "Flut", "Problem" oder "quasi kriminelle Wirtschaftsflüchtlinge" zu bezeichnen und damit Unsicherheit und Angst zu verbreiten.

 

Die von beiden Organisationen geforderte "Politik für den Frieden" solle den Flüchtlingshelfern die nötigen Rahmenbedingungen für ihren Einsatz geben und somit "der Bevölkerung vermitteln und beweisen, dass die derzeitige Situation sehr wohl gemeinsam zu schaffen ist". Österreich solle "attraktiv für alle friedliebenden Menschen" bleiben. Maßnahmen wie die Oberösterreichs Mindestsicherungs-Kürzung für anerkannte Flüchtlinge seien dazu nicht zielführend, sondern zeigten vielmehr, "wie rasch das Moralbewusstsein der Politik erodieren kann.