Dienstag 12. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

privat
18.02.2016

Herz und Tür sind offen

Hannes Peintinger hilft auch in der Pfarre Grinzing Menschen bei der Integration.

Es war eine laue Sommernacht im August, als bei Hannes Peintinger zehn Flüchtlinge vor der Tür standen. Die Kinder, Frauen und Männer hatten keine Bleibe für die Nacht. Hannes Peintinger nahm sie auf.

 

In den nächsten Wochen bot der Döblinger vielen Menschen Obdach. Er beherbergte sie, bis sie weiterreisten oder in einem Quartier der Caritas bzw. der Gemeinde Wien Platz fanden. Insgesamt 66 Übernachtungen hat Hannes Peintinger gezählt.  
 

Privates Notquartier

Die Situation in den Kriegsgebieten und die dramatischen Erlebnisse der Geflohenen berührten den ehrenamtlichen Mitarbeiter der Dreikönigsaktion sehr. Er meldete sich bei der Caritas, bei Train of Hope am Hauptbahnhof und in der Pfarre „Franz von Sales“ im 19. Bezirk, die ein Notquartier eingerichtet hatte.

 

Vor allem schwangere Frauen und Familien mit kleinen Kindern wurden zu Hannes Peintinger geschickt. „Wenn ich dann in den Nachrichten gehört habe, dass Kinder auf der Flucht ertrunken sind, hat mich das besonders bedrückt“, so Hannes Peintinger. „Ich habe gedacht: 14 Tage später hätten sie bei mir sitzen können.“
 

Manchmal funkt es

Die Erfahrungen mit seinen Gästen beschreibt er als „im Großen und Ganzen sehr positiv“.  „Ab und zu hat es gefühlsmäßig nicht so ganz gepasst“, erzählt Peintinger, „aber das erlebt man auch mit Menschen aus unserem Kulturkreis: Manchmal funkt es besser, manchmal weniger.“ Vor allem sei ihm sehr große Dankbarkeit entgegen gebracht worden. In Erinnerung geblieben sind ihm die Worte eines Mannes, der sagte: „Bisher war ich traurig, jetzt bin ich es nicht mehr.“

 

Engagement in der Pfarre

Mittlerweile werden in Wien hauptsächlich längerfristige Unterbringungsmöglichkeiten gesucht und Hannes Peintinger engagiert sich auf andere Weise. In seiner Heimatpfarre Grinzing organisiert er gemeinsam mit Judith Braunisch, der stv. PGR-Vorsitzenden, Hilfestellungen für Menschen auf der Flucht.

 

Pfarrmitglieder können Asylsuchende zu Ärzten und Behörden begleiten, sie zu einer Jause einladen oder mit ihnen Deutsch üben. Lernhilfe gibt Hannes Peintinger auch selbst, seine Tochter Veronica bietet seit letzter Woche einen Deutschkurs an. „Wer immer Kontakt mit den Geflohenen hat, kann positiv eingestellt bleiben“, meint Peintinger, „diese Begegnungen sind sehr motivierend und bestärkend.“