„Die Kirchen lernen ihre eigene Verantwortung neu kennen, wenn sie ihre Sakramente als Schatz betrachten und feiern. Es ist ein Schatz, den sie neu heben und weitergeben im Dienst an den Menschen, die sich nach einer guten Macht sehnen, die sie nicht selber herstellen können und müssen, sondern der sie sich verdanken und anvertrauen“, schreibt der emeritierte Tübinger Pastoraltheologe Ottmar Fuchs in seinem Buch „Sakramente – immer gratis, nie umsonst“ (Echter-Verlag).
Er zeigt anschaulich, dass den Menschen die Liebe Gottes geschenkt ist, „noch bevor sie diesbezüglich etwas leisten müssten“.
In der Lehre der Sakramente gilt das Sakrament „demnach als ein von Christus eingesetztes wirksames Gnadenzeichen“.
Und das heißt für Fuchs konkret, dass Gott seine Gnade schenkt, damit wir nicht so bleiben, wie wir sind.
Fuchs bespricht
Gerade im Hinblick auf Taufe, Eucharistie und das Ehe-Sakrament ist bisweilen vorschnell von einem „Ausverkauf“ der Sakramente zu „Schleuder-Preisen“ die Rede.
Fuchs betont, dass die Sakramentenpastoral als ein bezüglich „der Institution der Kirche absichtsarmes Unternehmen ritueller Diakonie im Dienst an den Menschen“ angesehen werden kann, „verbunden mit der Hoffnung, dass diese Gegebenheit auch einmal das bewirkt, was sie symbolisiert“. Die Sakramente sollen Heil erfahrbar machen, Leiden lindern, Angst mindern, Glück feiern.
Im Hinblick auf das Sakrament der Krankensalbung plädiert Fuchs mit guten Gründen dafür, dieses Sakrament, dass bis zum Zweiten Vatikanum als „Letzte Ölung“ verstanden wurde, „wieder mehr für den Ernstfall des drohenden bzw. befürchteten Todes zu reservieren“.
Sagt doch auch das Konzil von Florenz: „Dieses Sakrament darf nur einem Kranken gespendet werden, dessen Tod befürchtet wird.“