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07.03.2016
Weihe im April 2016

Wien: Älteste orthodoxe Kirche Österreichs wird renoviert

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios wird die restaurierte Kirche zum Heiligen Georg am 23./24. April persönlich weihen.

Die griechisch-orthodoxe St. Georgs-Kirche im ersten Wiener Bezirk wird derzeit renoviert. Seit mehr als hundert Jahren war es zu keiner umfassenden Sanierung der ältesten orthodoxen Kirche Österreichs gekommen, weshalb die griechisch-orthodoxe Metropolis von Austria im vergangenen Jahr nun umfangreiche Arbeiten in Angriff nahm. Dabei sind inzwischen auch verschollene Fresken zutage gefördert worden. Die fertig restaurierte Kirche soll bereits am 23./24. April 2016 vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios geweiht werden, der aus diesem Grund nach Österreich kommen wird, wie die Metropolis auf ihrer Website ankündigte.

 

Gebäudefront griechischem Tempel nachempfunden

Die Entstehung der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Österreich reicht bis in das späte 17. bzw. frühe 18. Jahrhundert zurück. Bereits im vorherigen Jahrhundert haben sich zahlreiche griechische Händler und Familien in den österreichischen Gebieten niedergelassen. 1709 wurde eine erste Kapelle eingerichtet, die dem Heiligen Märtyrer Georg geweiht wurde und der ersten griechischen Gemeinde bis heute ihren Namen verlieh. Nach mehreren Umsiedlungen der Kapelle im Laufe des 18. Jahrhunderts war es der griechische Händler Georg Johann Ritter von Karajan, ein großer Mäzen der orthodoxen Kirche und des Griechentums in Österreich, der 1802 zwei Häuser am Hafnersteig in der Inneren Stadt erwarb und damit die Grundsteinlegung für die Kirche des Heiligen Georg ermöglichte.

 

Die Gebäudefront der Kirche ist einem griechischen Tempel nachempfunden. Der Giebel zeigt den heiligen Georg als Drachentöter. Das Innere der Kirche ist einschiffig und wird durch einen kleinen Vorraum betreten, die fünf großformatigen Gemälde zeigen den Apostel Paulus in Athen, den heiligen Sergios, die Geburt Christi, den heiligen Nikolaus und sowie Kaiser Konstantin und Helena. Die Decke hat die Form einer Kuppel, an deren vier Eckzwickeln die Evangelisten abgebildet sind. Über dem Haupteingang befindet sich die Darstellung von Maria mit dem Kind, über der Ikonostase Christus Pantokrator.

 

Zeichen „reicher Geschichte“

Nicht nur Griechen, auch orthodoxe Christen russischer, serbischer, bulgarischer und anderer Herkunft fanden in der Kirche einen Ort der geistigen und menschlichen Heimat. Prominente Gemeindemitglieder waren u.a. der Industrielle und Mäzen Nikolaus Dumba, der Abgeordnete Theodor von Karajan und der griechische Freiheitskämpfer Rigas Velestinlis.

 

Die Kirche des Heiligen Georg sei "ein Zeichen der reichen Geschichte der Orthodoxen Kirche und des Griechentums in Österreich, der Verbundenheit der orthodoxen Christinnen und Christen zu ihrer neuen Heimat Österreich, der Solidarität unter den Menschen und des reichhaltigen kulturellen Erbes des vereinten Europa", heißt es auf der Website der Metropolis.