Angesichts der nach wie vor dramatischen humanitären Situation in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze hat Caritas-Präsident Michael Landau seinen Appell an die Regierung wiederholt, sich für menschliche Lösungen einzusetzen. Vor allem das Leid der Kinder sei inzwischen unerträglich, so Landau am Donnerstag gegenüber "Kathpress". Die EU-Mitgliedsstaaten - und damit auch Österreich - müssten zumindest jenen Kindern mit ihren Müttern Schutz gewähren und sie aufnehmen, deren Väter schon in einem anderen EU-Land sind, sagte Landau gegenüber "Kathpress". Das sei ein Gebot der Humanität, zugleich gehe es aber auch um den Vorrang für das Kindeswohl im Sinne der Kinderrechtskonvention, zu der sich auch Österreich bekennt.
Landau hatte seinen Vorstoß zur Familienzusammenführung auch am Mittwochnachmittag, 16. März 2016, in einer Caritas-Integrationseinrichtung in Wien-Favoriten formuliert, die er gemeinsam mit Außenminister Sebastian Kurz und Kardinal Christoph Schönborn besuchte. Der Außenminister hatte sich zur Bitte Landaus positiv geäußert, notwendig sei dazu freilich einmal die Registrierung der Flüchtlinge vor Ort in Griechenland, so Kurz. Das sei in Idomeni nicht möglich, die Flüchtlinge müssten die Grenze verlassen und die im Hinterland bereitstehenden Quartiere aufsuchen, sagte der Außenminister.
Die EU-Mitgliedstaaten haben unterdessen einen Nothilfe-Plan zur Versorgung von Flüchtlingen in Griechenland und anderen Ländern beschlossen. Das Paket von bis zu 700 Millionen Euro bis zum Jahr 2018 wurde am Dienstag abschließend gebilligt, wie der EU-Rat mitteilte.