„Mit betrübtem Herzen habe ich die traurigen Nachrichten von den Terrorattentaten gestern in Brüssel verfolgt.“ Zum Abschluss der Generalaudienz am Mittwoch, 23. März 2016 ging Papst Franziskus auf das Ereignis ein, das Europa in diesen Tagen bewegt.
Er versichere allen Menschen in Belgien, allen Familienmitgliedern der Toten und Verwundeten seiner Gebete und seiner Nähe, um dann einmal mehr zum Zusammenstehen aufzufordern: „Ich richte erneut einen Appell an alle Menschen guten Willens, sich in einer gemeinsamen Verurteilung dieser grausamen Scheußlichkeit zu vereinen, die so viel Tod, Schrecken und Horror verursachen,“ so der Papst. Er rufe zum Gebet für die Opfer, aber auch für die Täter auf, damit die Herzen aller derer bekehrt würden, die von diesem grausamen Fundamentalismus verblendet seien.
Im katechetischen Teil der Generalaudienz stellte Papst Franziskus den Beginn des österlichen Triduums, das mit Gründonnerstag beginnt in den Mittelpunkt. „Alles in diesen Tagen der Passion erzählt uns von der Barmherzigkeit“, so Franziskus und sprach vom „Drama der Liebe“.
Dieses „Drama“ der drei Tage mache sichtbar, bis wohin die Liebe Gottes komme, nämlich „bis ans Ende ohne Ende“, wie es der heilige Augustinus ausgedrückt habe. Das österliche Triduum gebe die Sicherheit, niemals von Gott in den Herausforderungen des Lebens verlassen zu sein, so Papst Franziskus.
Dann ging der Papst die einzelnen Tage dieses „Dramas der Liebe“ durch: in der Einsetzung der Eucharistie am Gründonnerstag nehme Jesus sein Opfer am Kreuz vorweg, so der Papst. „Und um die Jünger die Liebe verstehen zu lassen, die ihn bewegt hat, wusch er ihre Füße und gab ihnen dadurch einmal mehr persönlich ein Beispiel dessen, wie sie selber handeln sollten. Die Eucharistie ist Liebe, die zum Dienst wird,“ so Franziskus. Jesus schenke sich uns und wolle, dass wir in ihm bleiben und selbst auch so handeln.
Am Kreuz gipfelt dann die Liebe, ging der Papst zum folgenden Tag über. „Der Tod Jesu, der sich am Kreuz dem Vater übergibt (…), drückt die Liebe aus, bis ans Ende, bis ans Ende ohne Ende. Diese Liebe will alle umarmen, niemanden ausgeschlossen, eine Liebe, die durch alle Zeiten und zu allen Orten reicht: eine unerschöpfliche Quelle des Heils, die jeder von uns Sündern erreichen kann.“ Und wie auch Gott seine Liebe im Tod Jesu gezeigt habe, so könnten und müssten auch die Menschen, wiedergeboren im Heiligen Geist, einander lieben, schloss der Papst an.
Der Karsamstag sei dann der Tag der Stille Gottes. „Es muss ein Tag der Stille sein, wir müssen alles tun, so dass er auch für uns ein Tag der Stille wird.“ Jesus im Grab teile mit der gesamten Menschheit das Drama des Todes, die Stille sei eine Stille, die von der Solidarität mit den Aufgegebenen spreche, legte Papst Franziskus den vorletzten Moment des Triduums aus. „Gott schweigt, aber aus Liebe.“
Es helfe, an diesem Tag an die Mutter Gottes zu denken, auf ihr Warten auf das, was noch passieren werde. Maria sei eine Ikone dieses Karsamstages. Die Liebe werde am Karsamstag im Leben erwartet, das die Auferstehung schenke. Alles warte an diesem Tag auf dieses Leben.
„Das alles ist ein großes Geheimnis der Liebe und der Barmherzigkeit“, schloss der Papst seine Gedanken ab. „Unsere Worte sind arm und reichen nicht aus, das in Fülle auszudrücken. Lassen wir uns von dieser Barmherzigkeit, die uns begegnet, einhüllen. Und in diesen Tagen, da unser Blick fest auf das Leiden und den Tod unseres Herrn gerichtet ist, nehmen wir in unserem Herzen die Größe seiner Liebe an, wie die Madonna, in Stille, im Warten auf die Auferstehung.“